Neue Hiobsbotschaft in Sachen Lehman-Krise

Pressemitteilung vom 15.10.2008

KGAL-Medienfonds droht vollständiger Zahlungsausfall

Bremen/Hamburg. Die Lehman-Krise bedroht nun auch geschlossene Fonds in Deutschland. Darauf weist die auf Kapitalanlagerecht spezialisierte Kanzlei KWAG aus Bremen und Hamburg hin.

Rechtsanwalt Jens-Peter Gieschen nennt den Film-Produktions-Fonds „Protection plus“ (Beteiligungsangebot 160) der KGAL/ALCAS als konkretes Beispiel: „Dem Fondsprospekt zufolge, tritt die Lehman Brothers Bankhaus AG in Frankfurt als Schuldübernehmerin in diesem geschlossenen Medienfonds auf.“ Der Fonds wurde im Jahr 2004 mit einem Zeichnungskapital von 61,1 Millionen Euro aufgelegt und hat eine Laufzeit bis 2015. Die Lehman Brothers Bankhaus AG in Frankfurt übernahm laut Prospekt im Rahmen einer befreienden Schuldübernahme die Verpflichtung zur Zahlung eines Teils der Lizenzeinnahmen und der Lizenz-Schlusszahlung im Jahr 2015.

Da die Bundesanstalt für Finanzaufsicht (Bafin) inzwischen ein Moratorium in Form eines Veräußerungs- und Zahlungsverbots über die Lehman Brothers Bankhaus AG in Frankfurt verhängt hat, ist laut Gieschen davon auszugehen, dass das Institut seinen Verpflichtungen aus der Schuldübernahme nicht nachkommen kann: „Hierbei hilft nach Lage der Dinge die Garantie der Lehman Brothers Holding Inc. in New York nicht weiter.“

Ein Anleger, der vor vier Jahren eine Beteiligung an dem Film-Fonds in Höhe von bespielsweise 50.000 Euro gezeichnet hat, verliert nach Gieschens Rechnung* durch eine Lehman-Pleite fast 90 Prozent seines eingesetzten Kapitals. Dabei seien steuerliche Unwägbarkeiten noch nicht berücksichtigt: „Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass die Steuerersparnis weniger hoch ausfällt, als sie im Rechenbeispiel angesetzt ist.“ Der Verlust würde dann dementsprechend noch größer.

Für den Hamburger Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht ist das nach der spektakulären VIP-Medienfonds-Pleite nun eine neue Hiobsbotschaft für Anleger im Bereich der sogenannten „Garantiefonds“. Auch KGAL habe dieses Modell mit der Bezeichnung „Protection“ verkauft: „Den Anlegern wurde hier eine Sicherheit vorgegaukelt, die es so eben einfach nicht gibt.“

Nach den veröffentlichen Daten haben überwiegend vermögende Einzelkunden den genannten Fonds gezeichnet. Betroffen sind demnach rund 1000 Anleger, denen nun der Totalverlust droht.

KWAG prüft zurzeit bereits alle „Garantiefonds“, die auf dem deutschen Markt vertrieben worden sind. Gieschen: „Immer, wenn Lehman Brothers eine „Schuldübernahme“ erklärt hat, droht den jeweiligen Anlegern ein ähnliches Schicksal, wie jetzt bei dem KGAL-Fonds.“

jpg/kg 15. 10. 2008

 

* Beispielrechnung:

Zeichnungssumme                                          50.000 € 

3% Agio                                                               1.500 € 

40,5% Finanzierung DSL Bank                       -20.250 € 

Eingesetztes Kapital bei Zeichnung              31.250 € 

Steuerersparnis ca.                                           -23.737 € 

Ausgabe nach Steuern 2004/2005                 7.513 € 

Rückzahlung im Jahr 2015                                0 € 

Rückzahlung Darlehen an DSL                         20.250 € 

Ausgabe des Anlegers bei Fonds-Ende         20.250 € 

Ausgabe des Anlegers insgesamt                   27.763 €