Zwei frühere Beluga-Schiffe pleite

Die unrühmliche Geschichte der deutschen Schiffsfonds ist um ein Kapital reicher, berichtet FONDS Professionell online am 20. 9. 2018. Diesmal traf es zwei Schiffe des früheren Reeders Niels Stolberg, der im Frühjahr 2018 wegen Untreue und Betrugs zu einer Haftstrafe verurteilt wurde.

Kürzlich mussten zwei Schiffe des früheren Initiators Bluewater Capital Insolvenz anmelden. Die Einnahmen aus dem Schiffsbetrieb reichen demnach bei weitem nicht aus, um alle Kosten und den Fremdkapitaldienst zu tragen. Außerdem stand die Erneuerung der Klasse an. Das "MS Anita" sollte eigentlich noch rechtzeitig verkauft werden. "Der Verkauf wurde mit der erforderlichen Mehrheit beschlossen. Der Verkaufsmakler hat jedoch mitgeteilt, dass der einzige Kaufinteressent abgesprungen ist", zitiert FONDS Professionell online aus einem Schreiben an die Anleger.

Die Beluga Gruppe, die 1995 vom umstrittenen Unternehmer Niels Stolberg gegründet worden war, geriet 2011 in eine schwere Krise. Zuletzt standen die Schiffe laut FONDS Professionell online beim Charterer BBC unter Vertrag. Vertragsreeder sei Freese Shipping. Die Schiffe wurden demnach 2008 über geschlossene Fonds des ehemaligen Bremer Initiators Bluewater Capital finanziert. Die Fondsvolumina betrugen rund 27 Millionen Euro. Die Anleger haben in jeden Fonds etwas mehr als zehn Millionen Euro investiert. Sie erleiden mit den Fonds erhebliche Verluste. Das MS "Anita" hat laut FONDS Professionell online bislang nur acht Prozent zurückgeführt, beim MS "Amanda" seien es zwölf Prozent

Unterdessen berichtet der Brancheninformationsdienst shippress.de über die Insolvenz von vier Schiffen der Reederei Johs. Thode. Betroffen sind demnach die beiden Containerschiffe MS "Hanse Endurance" und MS "Hanse Energy", der Mehrzweckfrachter MS "Hanse Fortune" und der Bulker MS "Hanse Gate". Die Schiffe sollen teilweise über Fonds von Appen Capital und HCI finanziert worden sein

Die allermeisten Schiffsfonds sind gegenwärtig schwer in Seenot, weil Reeder, Fondsinitiatoren und finanzierenden Banken zum gemeinsamen Vorteil und zu Lasten der Anleger Schiffe bauen ließen, unabhängig davon, ob sie tatsächlich gebraucht wurden.

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