MPC Sachwert Rendite Indien 1 Investoren kurz vor einem Totalverlust

(Bremen, 10. Oktober 2012) Ein finanzielles Desaster, das wahrscheinlich zu einem Totalverlust ihres Kapitaleinsatzes führt, erleben derzeit die Investoren des geschlossenen Projektentwicklungsfonds „MPC Sachwert Rendite Indien 1“. Die Einnahmen des Fonds liegen rund 85 Millionen Euro unter Plan, Ausschüttungen haben die Investoren bislang keine erhalten. Aufgrund rechtlicher Auseinandersetzungen mit dem indischen Joint Venture-Partner konnten bislang keine Projekte realisiert werden.

Der „MPC Sachwert Rendite Indien 1“ wurde im Jahr 2007 emittiert und vollständig platziert. Investoren konnten sich mit mindestens 10.000 Euro plus fünf Prozent Ausgabeaufschlag beteiligen. Das Fondsvolumen beträgt insgesamt rund 64,5 Millionen Euro welches zu 100 % eigenfinanziert wurde. Die Auflösung des „MPC Sachwert Rendite Indien 1“ war für das Jahr 2011 vorgesehen.

„Bei dieser Beteiligung handelt es sich um einen so genannten Projektentwicklungsfonds“, erklärt Jan-Henning Ahrens, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht sowie Partner der auf die Interessenvertretung von Investoren spezialisierten KWAG Kanzlei für Wirtschafts- und Anlagerecht in Bremen. Mit im Boot saß als Joint Venture-Partner das Unternehmen AKME, das Eigenkapital von rund 14 Millionen Euro beisteuern sollte.

„Laut der Fonds-Leistungsbilanz 2010 ist das Unternehmen seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachgekommen“, erklärt Fachanwalt Ahrens. Die angestrebte außergerichtliche Lösung sei gescheitert. Bereits im Dezember 2010 wurde beim Company Law Board in Indien Klage gegen AKME eingereicht. „Zwar haben bislang mehrere Anhörungen stattgefunden, eine Entscheidung gibt es jedoch noch nicht“, fügt Ahrens hinzu.

Leidtragende sind die Investoren des Fonds. Denn bis heute wurde keines der geplanten Projekte realisiert, Auszahlungen an die Anleger sind praktisch nicht erfolgt. Der Fondsprospekt sah allein für das Geschäftsjahr 2010 Einnahmen von gut 3,2 Millionen Euro vor. Tatsächlich kamen gerade einmal 5.000 Euro in die Kasse.

„Diese Einnahmen sollten vollständig für die Ausschüttung an Gesellschafter der Gattung B verwendet werden, für die Gewinnzuweisungen in den Geschäftsjahren 2008 bis 2011 von jeweils sieben Prozent jährlich bezogen auf ihr Kommanditkapital vorgesehen waren“, sagt Jan-Henning Ahrens. Gesellschafter der zweiten Gattung A sollten hingegen ausschließlich am Verkaufserlös der Fondsgesellschaft und den daraus generierten Gewinnen partizipieren.

Für das Geschäftsjahr 2011 war die Auflösung des Fonds geplant. Vorgesehen waren Einnahmen von rund 85,3 Millionen Euro. „Da die geplanten Projekte nicht realisiert wurden, hatte der Fonds so gut wie keine Einnahmen. Die Gesellschafter beider Gattungen haben für das Jahr 2011 keine Ausschüttungen erhalten“, erklärt Ahrens. Die Fondsgesellschaft hat seit dem Emissions- und Platzierungsjahr 2007 einen Verlust von insgesamt knapp 1,2 Millionen Euro gemacht. Es besteht die Gefahr, dass die Anleger dieses Minus ausgleichen, also gutes Geld dem schlechten hinterherwerfen sollen.

„Angesichts der katastrophalen wirtschaftlichen Situation des MPC Sachwert Rendite Indien 1 sollten Anleger so schnell wie möglich Schadenersatzansprüche prüfen, um finanzielle Schäden zu begrenzen oder zu vermeiden“, rät eindringlich KWAG-Partner Jan-Henning Ahrens. Als Gründe kommen infrage fehlerhafte Prospektgestaltung und/oder Anlageberatung. Es reicht in der Regel schon aus, wenn der Vermittler der Fondsbeteiligung – meistens eine Bank oder Sparkasse -  dem Anleger den Erhalt von Rückvergütungen, so genannten Kick-backs, verschwiegen hat.

„Die Erfolgsaussichten, Schadenersatzansprüche durchzusetzen, sind aufgrund höchstrichterlicher Rechtsprechung, insbesondere zu den Kick-backs, viel versprechend. Entscheidend sind jedoch grundsätzlich die Umstände des Einzelfalls, die sorgfältig analysiert werden müssen“, betont KWAG-Partner Jan-Henning Ahrens.

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