MPC Sachwert Rendite-Fonds Holland 43. Den Anlegern droht der Totalverlust.

Den Anlegern des geschlossenen Immobilienfonds „Dreiundvierzigste Sachwert Rendite-Fonds Holland GmbH & Co. KG“ (kurz: MPC Sachwert Rendite-Fonds Holland 43) droht mit der Insolvenz der Fondsgesellschaft der Totalverlust ihrer Investition. Der im Jahr 2002 aufgelegte Fonds hat in drei Immobilien in den Städten Apeldoorn, Leusden und Rijswijk investiert. Nach Erkenntnissen der auf die Interessenvertretung von Investoren spezialisierten KWAG Kanzlei für Wirtschafts- und Anlagerecht, stehen zwei der drei Immobilien zwischenzeitlich leer, so dass weder mit Ausschüttungen gerechnet werden kann noch Zins und Tilgung für die Fremdfinanzierung aufgebracht werden können.

„Infolgedessen hat die Sparkasse KölnBonn den Großteil des Darlehensbetrages sofort fällig gestellt und die Fondsgesellschaft aufgefordert, 85 Prozent der Auszahlungen an die Anleger zur Tilgung aufzubringen“ sagt Jan-Henning Ahrens, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht sowie KWAG-Partner. Die Fondsgesellschaft habe mangels Liquidität diese Forderung an die Anleger weitergereicht. Das Verlangen der Sparkasse KölnBonn war mit der Ankündigung verbunden, auf die Rückforderung der übrigen 15 Prozent der geleisteten Auszahlungen zu verzichten, sofern der Betrag bis zum 30.8.2013 eingezahlt wurde.

„Die Fondsgeschäftsführung hüllt sich derzeit noch in Schweigen, ob die Anleger der Aufforderung Folge geleistet haben. Sollte dies nicht der Fall sein, droht aufgrund Zahlungsunfähigkeit die Insolvenz der Fondsgesellschaft und damit wohl auch der Totalverlust für die Anleger“, erklärt Fachanwalt Ahrens. In diesem Fall wäre der Insolvenzverwalter berechtigt, 100 Prozent der bislang an die Anleger gezahlten Ausschüttungen wieder zurückzufordern.

Selbst falls die Anleger das geforderte Kapital aufgebracht haben, wäre die Fondsgesellschaft nicht gerettet. Der noch nicht fällig gestellte Teil des Darlehens (rund 2,1 Millionen Euro) wurde bis Ende September 2015 verlängert. Die Tilgung ist für ein Jahr ausgesetzt, ab Juli 2014 wird die Liquidität des Fonds über 250.000 Euro zur Tilgung eingezogen. Hierfür hat die Sparkasse durchgesetzt, dass die Immobilien bis Juni 2016 ohne weiteren Anlegerbeschluss einzeln oder gemeinsam jederzeit verkauft werden können. Ein Mindestverkaufspreis muss dabei nicht berücksichtigt werden.

„Aufgrund des Umstandes, dass die Immobilienpreise in den Niederlanden gerade in den Nebenzentren in Folge der Wirtschaftskrise um rund 50 Prozent gefallen sind, ist nicht damitzu rechnen, dass nennenswerte Überschüsse erzielt werden können und der Fonds gerettetwerden kann“, befürchtet KWAG-Partner Jan-Henning Ahrens.