Grundbesitz-Invest

- DB Real Estate Investment GmbH schließt offenen Immobilienfonds

- KTAG Rechtsanwälte halten die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen für aussichtsreich

- Warnung vor drohender Verjährung

 

In einem bisher als einmalig zu bezeichnenden Vorgang hat die Tochter der Deutschen Bank AG, die DB Real Estate Investment GmbH, bei dem offenen Immobilienfonds Grundbesitz-Invest die Rücknahme der Anteile ausgesetzt. KTAG Rechtsanwälte hält die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen der Anleger für aussichtreich. Erste Anfragen von Anlegern, die Verluste befürchten, liegen der Kanzlei bereits vor.

Für die Anleger bedeutet die Aussetzung bis Anfang Februar 2006, dass sie gegenwärtig ihre Anteile nicht verkaufen können. Sie müssen zudem mit erheblichen Verlusten rechnen. Anders als bei vergleichbaren offenen Fonds, die ebenfalls in wirtschaftliche Bedrängnis geraten waren und bei denen die Muttergesellschaften den größten Teil des Verlustes abgewendet hatten, behält sich die Deutsche Bank AG Zuschüsse zunächst vor. Anleger müssen fürchten, dass Verluste mit großer Wahrscheinlichkeit zu ihren Lasten gehen werden.

Die Aussetzung der Rücknahme von Anteilen darf nach dem Investmentgesetz in Verbindung mit dem jeweiligen Verkaufsprospekt nur dann von der Kapitalanlagegesellschaft vorgenommen werden, wenn außergewöhnliche Umstände vorliegen, die unter Berücksichtigung der Anlegerinteressen die Aussetzung erforderlich erscheinen lassen. Es ist allerdings nicht erkennbar, welche außergewöhnlichen Umstände vorliegen sollen. Wenn die Kapitalanlagegesellschaft ohne triftigen Grund die Rücknahme der Anteile aussetzt, ist dies rechtswidrig.

Falls sich die DB Real Investmentment GmbH bei ihrer Entscheidung auf die fallenden Mietpreise und den damit einhergehenden Verfall der Immobilienpreise stützt, ist es aus Anlegersicht fraglich, weshalb die Fonds-Verantwortlichen so verspätet reagieren. Aus dem Verkaufsprospekt in der Fassung vom 01. April dieses Jahres geht auf Seite 112 eindeutig hervor, dass die Fondsimmobilien alle zwölf Monate zu bewerten sind. Um eine Anhäufung von Neubewertungen zu verhindern, sei überdies vorgesehen, die Bewertungen über das Jahr hinweg zu verteilen. Daraus ist zu schließen, dass die DB Real Estate GmbH kontinuierlich über den Wert ihrer Immobilien informiert war.

Neben ihren Ansprüchen aus dem Verkaufsprospekt sollten Anlegern auch prüfen lassen, ob sie bei Zeichnung ihrer Anteile umfassend beraten wurden. Bei den kurzen Verjährungsfristen der Prospekthaftung kommt darüber hinaus auch die kurze Verjährung in Fällen der Beraterhaftung (§ 37a WpHG) negativ für die Anleger zum tragen. Diese beträgt nämlich nur drei Jahre seit Erwerb der Anteile. Vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse steht zu befürchten, dass jetzt eine "Massenflucht" der Anleger auch aus anderen offenen Immobilienfonds einsetzt. Dabei könnte es nach dem Motto gehen: Den Letzten beißen die Hunde.

Insbesondere Fonds-Anleger, die im Hinblick auf die dreijährige Verjährungsfrist vor mehr als drei Jahren ihre Anteile gezeichnet haben, sollten ihre Berater kurzfristig auffordern, sich schriftlich zum Wert und der erwarteten Entwicklung des jeweiligen Fonds zu erklären.