Unternehmensanleihen: Rickmers-Gläubiger müssen bluten

Lange hatte sich die Reederei Rickmers gesträubt, nun kommt es so wie von vielen Beobachtern erwartet: Im Zuge einer finanziellen Restrukturierung werden die Anleihegläubiger wohl bluten müssen, schreibt Martin Hock am 20. 4. 2017 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Laut FAZ hat die angeschlagene Reederei Rickmers einen Plan zur Restrukturierung ihrer Schulden verabschiedet. Demnach sollen Gläubiger und Eigentümer, das heißt Alleinaktionär Bertram Rickmers wesentliche Sanierungsbeiträge leisten. Das betreffe damit neben den Banken auch die Gläubiger der 2018 fälligen und mit 8,875 Prozent verzinsten Unternehmensanleihe im Volumen von 250 Millionen Euro. Das Procedere ist allerdings nicht ganz unkompliziert, heißt es in der FAZ. Bertram Rickmers werde 75,1 Prozent am Unternehmen abgeben, damit die wesentlichen Gläubiger, die HSH Nordbank, die Anleihegläubiger und gegebenenfalls eine weitere Bank diese Anteile erwerben könnten.

Dazu solle eine Luxemburger Zweckgesellschaft mit dem Arbeitsnamen „LuxCo“ die Anleiheverbindlichkeiten übernehmen und somit statt der Rickmers Holding Schuldnerin der Anleihe sowie eines Teils der Bankkredite werden sowie im Wege einer Kapitalerhöhung 75,1 Prozent an der Rickmers Holding erwerben. Diese Aktien sollen dann verkauft und der Erlös unter den Gläubigern der „LuxCo“ verteilt werden. Daran soll laut FAZ auch ein gemeinsamer Vertreter der Anleihegläubiger mitwirken.

Wie jeder Zahlungsausfall sei auch dieser für die Anleihegläubiger schmerzlich, heißt es in der FAZ. Nach Recherchen von FAZ-Autor Martin Hock fordert die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), dass den Anleiheinhabern die Möglichkeit eingeräumt wird, bei einem sich wiederaufhellenden wirtschaftlichen Umfeld an einer positiven Entwicklung der Rickmers Holding teilzuhaben. Damit wendet sie sich gegen die unmittelbare Abgeltung der Forderungen durch den Verkauf der Aktien seitens der „LuxCo“.

Den vollständigen Artikel aus der FAZ vom 20. 4. 2017 finden Sie HIER.

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