Kartellstrafe für Scania: VW-Tochter muss fast 900 Millionen zahlen

Mehr als 14 Jahre sprachen sich führende Lkw-Hersteller in Europa bei den Preisen ab. Für die Unternehmen hagelte es saftige Strafen. Die Schweden von Scania sträuben sich lange gegen einen Vergleich. Nun müssen sie zahlen. Das berichten am 27. 9. 2017 verschiedene Medien, darunter auch n-tv.

Die EU-Wettbewerbshüter haben den schwedischen Lkw-Hersteller Scania wegen unerlaubter Preisabsprachen mit einer Geldbuße von 880 Millionen Euro belegt, berichtet der TV-Sender auf seiner Internetseite. Scania, eine Tochter des VW-Konzerns, habe 14 Jahre lang mit fünf anderen Herstellern die Preise für Lastwagen abgesprochen, teilte demnach die EU-Kommission in Brüssel mit. Zudem sei vereinbart worden, die Kosten für die Entwicklung neuer Technologien zur Emissionsbegrenzung an die Kunden weiterzugeben

Die Brüsseler Behörde hatte mit den übrigen Beteiligten -  Daimler, Iveco, DAF und Volvo/Renault - bereits im vergangenen Jahr einen Vergleich über insgesamt knapp 2,93 Milliarden Euro geschlossen. Die Münchner VW-Tochter MAN war als Hinweisgeber straffrei geblieben. Scania hatte sich gegen einen Vergleich entschieden, deshalb hatten die Wettbewerbshüter das Verfahren gegen die Schweden weiter verfolgt, heißt es bei n-tv.

"Mit dem heutigen Beschluss ist unsere Untersuchung zu einem langjährigen Kartell abgeschlossen", zitiert n-tv die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Und weiter: "Anstatt ihre Preise untereinander abzustimmen, hätten die Lkw-Hersteller miteinander konkurrieren sollen - auch im Hinblick auf Verbesserungen zum Umweltschutz."

Die Lkw-Bauer können den Fall allerdings noch keineswegs zu den Akten legen. Sie stehen jetzt vor beträchtlichen Schadenersatzklagen. Als Geschädigter müssen Sie allerdings eine konkrete Schadenshöhe darlegen, die sie durch die illegalen Preisabsprachen der beteiligten Lkw-Hersteller erlitten haben.

Wir haben deshalb ein wettbewerbsökonomisches Gutachten bei einem renommierten Sachverständigen beauftragt. Sie können sich dem Gutachten anschließen. Ein erster Zwischenbericht mit vorläufiger Schadensschätzung wird bereits in Kürze vorliegen

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Mehr zum Thema finden Sie auch auf unserer Seite "Lkw-Kartell".

Die Pressemitteilung der EU-Kommision in dieser Sache (in englischer Sprache) steht  fileadmin/Downloads/Dokumente/DivDokumente/170927PressemitteilungGD_Wettbewerb_Scania.pdfHIER  zum Donwload bereit.

Den zitierten Artikel von n-tv finden Sie HIER.