KWAG-Fonds-Information "HANNOVER LEASING Wachstumswerte Europa III (HL 193)"

Der Immobilienfonds ist in der Krise. Streitigkeiten unter anderem über die Anzahl von Parkplätzen führen zu Problemen.

KapMuG-Verfahren vor dem OLG München.

 

Die Fondsgesellschaft „HANNOVER LEASING Wachstumswerte Europa III GmbH & Co. KG“ hatte in die Immobilie  „An der Drosbach“ (heute: „Helios“) am Stadtrand Luxemburgs in Cloche d’Or investiert. Neben der Immobilie selbst, für die man zumindest seinerzeit namhafte Mieter wie die Europäische Kommission gewinnen konnte, sollten auch Innen- wie Außenstellplätze erbaut werden. Geplant waren 1.275 Plätze, ihrerseits natürlich relevant für die gesamte Prognoseberechnung und damit die Frage, mit welchen Mieteinnahmen und damit letztendlich mit welchem Gewinn auf Seiten der Anleger zu rechnen sein würde.

Bei der Planung und Errichtung geschah dann jedoch das Kuriose: Offenbar hatten die Verantwortlichen nicht überprüft, wie viele Stellplätze nach den gesetzlichen Vorgaben genehmigungsfähig waren. Denn ein Verteilungsschlüssel gab, unter Berücksichtigung des Verwendungszwecks des Gebäudes, die genaue Anzahl vor. So urteilten zumindest die Richter am Verwaltungsgerichtshof Luxemburg. Die Stadt Luxemburg hatte nur 650 der 1.275 geplanten Stellplätze genehmigt, die Eigentümerin der Immobilie (KOWAC S.C.) ging rechtlich dagegen vor und - verlor in allen Instanzen.

Es folgten Rechtsstreitigkeiten der Auftraggeber gegenüber den für Planung und Errichtung Verantwortlichen und insbesondere Probleme mit den finanzierenden Banken. Die erhofften - und zur Erreichung des Prognoseziels erforderlichen - Neu-Mieter blieben fern. Der Wert der Immobilie sank, wohl auch als Folge der sogenannten Stellplatzproblematik. Die finanzierenden Banken forderten aufgrund von Vertragsbruch (Verletzung der „loan to value-Klausel“) Sondertilgungen und stoppten kurzerhand weitere Ausschüttungen.

Dass es hinsichtlich der baurechtlichen Genehmigung der Stellplätze überhaupt zu Problemen kommen könnte - obgleich ironischerweise zum Zeitpunkt der Prospekterstellung 818 Stellplätze vermietet waren - , wurde im Fondsprospekt nicht erwähnt. Auch die beratenden Banken hätten bei Prüfung des Prospekts auf Ungereimtheiten und fehlende Angaben aufmerksam werden können. Empfohlen wurde die Anlage dennoch, und nach unserer Kenntnis häufig auch noch als sehr sicher.

Bis dato haben Anleger jedoch nur durchschnittlich etwa 34,5 Prozent ihrer Zeichnungssumme ausgezahlt erhalten. Ob sie einen Teil dessen werden gegebenenfalls zurückzahlen müssen, hängt vom Kaufpreis ab, den die KOWAC beim Verkauf der Immobilie erzielen wird. Der ist für 2019 beabsichtigt.

Zunächst beginnt jedoch das Musterverfahren vor dem Oberlandesgericht (OLG) München. Dort wird man sich auf Antrag der HANNOVER LEASING GmbH & Co. KG und ihrer Untergesellschaften (erneut, aber nun ein für alle Mal) mit der Frage beschäftigen, ob der Prospekt denn nun richtig ist oder nicht.

Lesen Sie dazu auch unsere Informationen zur Eröffnung des Kapitalanleger-Musterverfahrens vom 21. März .2018. Nähere Informationen finden Sie auch in der Rubrik „Rundschreiben“. Einige Urteile haben wir ebenfalls unter „Downloads“ für Sie zur Verfügung gestellt.

Zögern Sie nicht, sich Rechtsrat einzuholen.

Ihre Ansprechpartnerin ist Frau Rechtsanwältin Christina Gladkich. Sie wird Ihren Fall prüfen und Sie über Ihre Möglichkeiten sowie die Chancen und Risiken umfassend aufklären.

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