Deutsche Reeder besorgt: Gebrauchte Schiffe verstopfen den Markt

Die deutschen Reeder stecken seit Jahren in der Krise. Während sich der Weltmarkt allmählich wieder stabilisiert, kommt ein anderes Problem verstärkt auf die Schifffahrtsbranche zu, berichtet am 2. 7. 2018 ntv auf seinem Internetportal.

Die Reedereien in Deutschland sorgen sich demnach um die Zukunft der heimischen Schifffahrt. "Wir erwarten, dass allein im Zusammenhang mit dem Eigentümerwechsel bei der HSH Nordbank rund 450 weitere Schiffe verkauft werden könnten", zitiert ntv Alfred Hartmann, den Präsidenten des Verbandes Deutscher Reeder (VDR), der mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Hamburg gesprochen hat. Und weiter sagte Hartmann: "Wenn diese Schiffe ins Ausland gehen, bedeutet das einen erheblichen Aderlass für den Schifffahrts-Standort Deutschland."

Das Problem ist nicht neu, verschärft sich aber nun:, heißt es bei ntv: Deutsche Reeder haben in den Boomjahren der Schifffahrt bis zum Jahr 2008 zu viele Schiffe gekauft. Durch die Überkapazitäten am Markt und rückläufige Wachstumsraten im Welthandel verfielen die Fracht- und Charterraten, die Preise für den Schiffstransport. Viele Schiffe konnten Zins und Tilgung nicht mehr zahlen, Reeder und Schiffsbanken verloren Milliarden. Schiffe wurden stillgelegt, verschrottet oder ins Ausland verkauft.

Auch Schiffsfinanzierer ziehen sich demnach zurück. Die HSH Nordbank, die von den Ländern Schleswig-Holstein und Hamburg an US-amerikanische Investoren verkauft wird, habe gegenwärtig noch Schiffskredite im Wert von fünf Milliarden Euro in den Büchern, bei abnehmender Tendenz, heißt es bei dpa. Das entspreche mehreren hundert Schiffen. Die Bank war einmal der größte Schiffsfinanzierer weltweit und finanzierte mehr als 2000 Schiffe. Sie musste rund zehn Milliarden Euro darauf abschreiben und trennte sich von einem Großteil des Portfolios.

Auch andere einstmals große Schiffsbanken wie die Commerzbank und die Deutsche Bank hätte sich zurückgezogen, schjreibt ntv. Aus der HSH Nordbank war demnach zu hören, sie werde sich neuen Geschäften mit den deutschen Reedereien nicht verschließen - aber nur, wenn es sich um zukunftsfähige Geschäfte zu "vernünftigen" Konditionen handele. Das alte Modell, bei dem lediglich das finanzierte Schiff der Bank als Sicherheit diente, sei nicht lebensfähig und als alleinige Begründung für eine Geschäftsbeziehung nicht tragfähig.

Die allermeisten Schiffsfonds sind gegenwärtig schwer in Seenot, weil Reeder, Fondsinitiatoren und finanzierenden Banken zum gemeinsamen Vorteil und zu Lasten der Anleger Schiffe bauen ließen, unabhängig davon, ob sie tatsächlich gebraucht wurden.

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Den in Auszügen zitierten Artikel von ntv finden Sie  HIER.