Montranus Beteiligungs GmbH & Co. Verwaltungs KG (Hannover Leasing Nr. 143)

Hanseatische-i-Bank hat Anlegerin aus Worms nach Urteil der Landgerichts München falsch beraten. Landgericht München spricht Anlegerin Schadensersatz in Höhe von rund 10 TEUR zu.

Die 27. Kammer des Landgerichts München (27 O 24684/10) verurteilte die Deutsche Kontor- und Privatbank AG als Rechtsnachfolgerin der Hanseatischen –i- Bank zur Leistung von Schadensersatz in Höhe von rund 10.000 €. Entgegen der Rechtsauffassung der Beklagten kam das Gericht zu dem Schluss, dass ein Beratungsvertrag zwischen der Anlegerin und der Bank schlüssig zustande gekommen sei. So habe die Rechtsvorgängerin der Beklagten in Werbeschreiben mit einer Anlageberatung geworben. Ferner sei die Klägerin auch von einem Mitarbeiter der Bank vor Zeichnung der Beteiligung in einem telefonischen Gespräch nach ihrer Risikoneigung gefragte worden. Darüber hinaus habe der Mitarbeiter der Bank der Klägerin eine Visitenkarte mit der Aufschrift „Investment Consultant“ überlassen. Dies deute nach objektiver Betrachtung auf eine Beratung hin.

Das Gericht sah es nach Beweiserhebung als erwiesen an, dass die Klägerin nicht über umsatzabhängige und damit aufklärungspflichtige Rückvergütungen, die die Beklagte hinter dem Rücken der Klägerin von einer Vertriebstochter der Fondsgesellschaft zurückerstattet erhielt, informiert wurde. Auf diesen aufklärungspflichtigen Umstand hätte die Klägerin auch nicht bei Durchsicht des Langprospektes schließen können, da dort als Empfängerin von Rückvergütungen die Vertriebstochter der Fondsgesellschaft genannt wurde sei. Eine Nennung der Beklagten im Prospekt erfolgte hingegen nicht. 

Die Beklagte wurde indessen wegen Falschberatung zu einer Einmalzahlung von rd. 10.000 € Zug um Zug gegen Angebot zur Beantragung der Medienfondsbeteiligung Montranus Beteiligungs GmbH & Co. Verwaltungs KG (Hannover Leasing Nr. 143) verurteilt. Zudem ist die Beklagte verpflichtet, die Klägerin aus Verbindlichkeiten der obligatorischen Fremdfinanzierung mit der Helaba Dublin Landesbank Hessen-Thüringen freizustellen. Zudem wird die Klägerin von einer etwaigen Nachschusspflicht gegenüber der Fondsgesellschaft im Wege der Kommanditistenhaftung wie auch von wirtschaftlichen und finanziellen Schäden aus der Beteiligung freigestellt. Die Anrechnung von Steuervorteilen erfolgte nicht. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.