Kreissparkasse Limburg zu 100.000 € Schadenersatz verklagt.

Wegen fehlerhafter Anlageberatung hat das Landgericht Limburg die Kreissparkasse Limburg zu Schadenersatz in Höhe von rund 100.000 Euro verurteilt.

 

Einen schönen goldenen Ring - und einiges mehr - wird sich der Mann aus Westerburg von dem Geld kaufen können. das ihm jetzt das Limburger Landgericht zugesprochen hat. Die Kreissparkasse (KSK) Limburg muss ihrem ehemaligen Kunden rund 100.000 € Schadenersatz leisten. Die Richter verurteilten die Bank wegen fehlerhafter Anlagenberatung.

Möglicherweise hatten die KSK-Mitarbeiter Tolkiens "Herr der Ringe 3" besser gelesen als die Details des Medienfonds, mit dem die Verfilmung des letzten Teils der Trilogie finanziert werden sollte... Der nun vor dem Landgericht verhandelte Fall liegt schon 13 Jahre zurück. Dabei ging es um die Vermittlung von Anteilen am Medienfonds "Lord Dritte Productions Deutschland Filmproduktion GmbH & Co. KG", auch bekannt unter der Bezeichnung "Hannover Leasing Nr. 114". Die "Hannover Leasing" ist eine Tochter der Helaba, auf deren Konten das Geld der Anleger angeblich hin- und hergeschoben worden sein soll.

Der KSK-Berater hat laut Urteil seinem Kunden den Erhalt einer Rückvergütung, des sogenannten Kick-backs, verschwiegen. Darüber hinaus vertrat das Gericht die Auffassung, dass die Bank den Verkaufsprospekt der Medienfonds-Beteiligung mangels vorliegendem Steuergutachten nicht abschließend auf Plausibilität überprüfen konnte. Dies hätte die KSK ihrem Kunden im Rahmen der Beratung jedoch offenbaren müssen.

Deshalb muss die Kreissparkasse dem Westerburger Schadenersatz zahlen. Ein Erfolg auch für dessen Rechtsanwalt Jens-Peter Gieschen von der auf die Interessenvertretung von Anlegern spezialisierten Kanzlei KWAG in Bremen. "Zum einen erhält der Kläger das seinerzeit investierte Kapital abzüglich Ausschüttungen i.H.v. rund 44.000 € von der Sparkasse zurück", erklärt der Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht. Zum Ausgleich überträgt der Kläger der KSK seinen Anteil am Medienfonds "Lord Dritte...". Außerdem muss die Bank den Mann von den finanziellen Verpflichtungen aus der obligatorischen Fremdfinanzierung in Höhe von rund 58.000 € freistellen. " Somit summiert sich der Schadenersatz auf mehr als 100.000 €", rechnet Gieschen vor.

Schließlich muss die Sparkasse den Anleger von sämtlichen steuerlichen und wirtschaftlichen Schäden freistellen, die er im Rahmen seiner Beteiligung am Medienfonds erlitten hatte. Dazu zählen auch (Säumnis-) Zinsen im Rahmen einer geänderten steuerlichen Behandlung des Fonds.