CFB-Founds- Bericht zur Gesellschafterversammlung

Wir bewerten die Versammlung als eine Farce und eine Vertuschungsaktion.

1. 3/4-Mehrheit

Sehr schnell stellte sich die Gesellschafterversammlung als Farce heraus, da nach dem Gesellschaftsvertrag für fast alle beantragten Änderungen eine 3/4-Mehrheit nötig gewesen wäre. Da zwischenzeitlich nach Angaben der CFB Commerz Fonds Beteiligungsgesellschaft mbH (im Folgenden: CFB) und der Commerz Leasing und Immobilien AG (im Folgenden: CLI) ca. 44 % der Anleger das Angebot der AVANCIA angenommen haben, konnte die CLI/CFB Stimmrechte für mehr als 1/4 der Anleger ausüben und somit fast jede Veränderung verhindern.

Die meisten Tagesordnungspunkte waren auch nicht besonders glücklich gewählt. Der CFB/CLI wurde Gelegenheit gegeben, teilweise stundenlang diverse - aus unserer Sicht uninteressante Gesellschaftsverhältnisse - zu verlesen.

2. Doppelt vertretene Stimmen

Im Hinblick auf ca. 1.200 Stimmen stellte sich zudem heraus, dass diese zwar eine Rechtsanwaltskanzlei mit der Vertretung beauftragt hatten. Leider hatten die Kollegen die Vertretung nicht bis zum 01.09.2006 angezeigt. Da die bisherige Vollmacht zugunsten des Herrn Schrötgens (CFB) nur mit einer Frist von 3 Werktagen widerrufen werden konnte, wurden diese Stimmen - zu Unrecht - gänzlich ausgeschlossen.

3. Interessenkollision von Herrn Schrötgens

Tatsächlich hätte Herr Schrötgens von der CFB wegen der bestehenden Interessenkollision überhaupt nicht für Anleger abstimmen dürfen.

Seitens des Versammlungsleiters wurde - trotz unserer deutlichen Hinweise und entsprechenden Anträge - schlichtweg übergangen, dass vorliegend die Commerzbank gegenüber den Anlegern wegen Fehlern im Emissionsprospekt haftet (siehe oben). Da Herr Schrötgens Mitarbeiter einer Commerzbank-Tochter ist, war klar, dass er die vorliegende Vertuschungsaktion - so bewerten wir jedenfalls die Versammlung und das Angebot der AVANCIA - unterstützen wird.

Bezeichnend ist insoweit, dass die CLI im Schreiben vom 24.08.2006 und in der Versammlung der Kanzlei Menzendorff & Polscher eine Interessenkollision unterstellte, der Versammlungsleiter und die CLI/CFB sich aber bedenkenlos über die Interessenkollision des CFB-Mitarbeiters hinwegsetzten.

Seitens der anwesenden Anleger wurde dieses Verhalten überwiegend sehr negativ bewertet. Ein Anleger hat besonders deutliche Worte gefunden und diese Vorgänge - unter großem Beifall der anwesenden Anleger - als Betrug bezeichnet. Wir haben Zweifel, ob das Verhalten der Verantwortlichen tatsächlich diesen Tatbestand erfüllt. Die dahinterstehende moralische Wertung können wir jedoch gut nachvollziehen.

4. Haftung der Commerzbank

Wenn eine Bank in der Beratung oder Vermittlung einen fehlerhaften Prospekt verwendet, haftet sie dem Anleger wegen fehlerhafter Beratung/Information (sog. Prospekthaftung im weiten Sinn). Diese Haftung ist vorliegend noch nicht verjährt.  

Der Prospekt des CFB Fonds Nr. 140 ist nach der Bewertung der KTAG Rechtsanwälte in mindestens einem Punkt falsch. Im Prospekt ist auf Seite 9 eine für den Beitritt besonders wichtige Regelung enthalten:

"Sollten im Extremfall alle von der IWP KG hergestellten Filmproduktionen 'floppen' und nur Erlöse aus den Garantien in Höhe von 60 % der Produktionskosten erzielt werden können, reduzieren sich die Ausschüttungen auf etwa 50 % Ihrer Nominaleinlage. Im Falle weiterer unvorgesehener ungünstiger Ereignisse kann dies bis zum Totalverlust der von Ihnen gezeichneten Kommanditeinlage führen."

Nach diesem Absatz müssten Sie in diesem extrem ungünstigsten Fall immer noch ? 25 Mio. an Ausschüttungen erhalten. Nach der als Anlage 1 dem CLI Schreiben beigefügten Planrechnung per 31.12.2007 sollten aber - selbst wenn alle Garantien vollständig bezahlt werden - nur noch ? 10.173.834,00 an Sie ausgeschüttet werden.

Auf Seite 9 haben die Initiatoren das Ergebnis schlicht um ? 7 Mio. falsch dargestellt (siehe oben). Unsere Bewertung: Die Zusicherung im Prospekt, dass auch im Extremfall 50 % an Ausschüttungen gewährleistet sind, ist ein klarer Prospektmangel.

5. Streitigkeiten zwischen der derzeitigen Fondsgeschäftsführung und dem früheren Geschäftsführer, Herrn Gerhard Schmidt

Herr Schmidt nahm umfangreich Stellung zu den vorliegenden Problemen. Wir gewannen den Eindruck, dass die Bank in die Geschäftsführung hineinregierte und einen Großteil der Verantwortung für das Scheitern des Fonds trägt. Bei dem Film "Boat Trip" wurde angeblich gegen den Ratschlag von Herrn Schmidt und des USA-Vertriebs ein Filmvertriebsstart ausgerechnet zum Beginn des Irak-Krieges durch die Bank durchgesetzt, so dass der Film zur mit Abstand schwächsten Kinozeit in den USA anlief.

Die CLI/CFB ihrerseits unterstellte Herrn Schmidt ein weitgehendes fondsschädigendes Verhalten. In der Gesellschafterversammlung konnte nicht abschließend erkannt werden, wer letztlich Recht hat. Die Ausführungen des Herrn Schmidt gaben uns allerdings doch sehr zu denken.

6. Drohende Insolvenz des Fonds

Überraschend war auch, dass der ganze Fonds kurz vor der Insolvenz gestanden haben soll. Die Insolvenz wurde dann durch das "selbstlose und großzügige" Angebot einer zum Commerzbank-Konzern gehörenden Tochter abgewendet. Eine Commerzbank-Tochterfirma soll angeblich alle Rechte aus der Produktion des Filmes "Blast" übernommen haben. Die hierfür eingehenden Zahlungen wurden größtenteils zur Rückführung von Verbindlichkeiten, die der Fonds bei der Commerzbank hatte, verwendet. Diese Aktion wurde von CFB/CLI wörtlich als "Kundenpflege" bezeichnet.
 
Herr Gerhard Schmid hingegen hatte nach seinen Angaben seine Mitwirkung an dieser Veräußerung verweigert, weil nach seiner Ansicht die Zahlungen der Amena GmbH zu gering wären und der Fonds übervorteilt würde.

7. AVANCIA-Angebot Der einzige Lichtblick war, dass die Fondsverantwortlichen erklärten, dass selbstverständlich seitens der Commerzbank die Zahlung des Kaufpreises und die Haftungsfreistellung der AVANCIA Vermietungsgesellschaft mbH gewährleistet werden. Bis zu unserer Pressemitteilung war dies noch nicht selbstverständlich. Im Grauen Kapitalmarkt gilt generell: Was man hat, hat man. Da angeblich ohnehin schon 44 % der Anleger einem Verkauf zugestimmt haben, dürfte die Commerzbank-Gruppe die Mehrheit mit hoher Wahrscheinlichkeit erreichen. Damit dürfte eine wirksame Kontrolle und Klärung der früheren Vorgänge über eine Gesellschafterversammlung nicht mehr oder kaum noch möglich sein. Wir haben deshalb unseren Mandanten empfohlen, das Angebot der AVANCIA anzunehmen. Allerdings sollten alle Anleger in einem Begleitschreiben ausdrücklich erklären, dass mit der Annahme des Angebotes keine Übertragung und kein Verzicht auf etwaige Schadensersatzansprüche - gleich welcher Art -  verbunden ist. Ansonsten werden wir uns darauf konzentrieren, die Rechte unserer Mandantschaft gerichtlich durchzusetzen. Wir raten auch Ihnen, sich von einem Anwalt Ihres Vertrauens beraten zu lassen.