Lebensversicherungsfonds „DS Rendite-Fonds Nr. 101 Life Value I“

Sparkasse Aachen zu mehr als 30.000 Euro Schadenersatz verurteilt. KWAG Rechtsanwälte: Fehlerhafte Anlageberatung wegen verschwiegener

„Kick-backs“

(Bremen, 10. Dezember 2013) Das Landgericht (LG) Aachen hat jetzt die Sparkasse Aachen zu mehr als 30.000 Euro Schadenersatz verurteilt (Az.: 1 O 149/13). Grund war die nachweislich fehlerhafte Anlageberatung durch einen Sparkassen-Mitarbeiter bei der Vermittlung des geschlossenen Lebensversicherungsfonds „DS Rendite-Fonds Nr. 101 Life GmbH & Co. KG“ des Initiators Dr. Peters an einen Kunden. Erstritten wurde das Urteil durch die auf die Interessenvertretung von Investoren spezialisierte KWAG Kanzlei für Wirtschafts- und Anlagerecht in Bremen.

Im Februar des Jahres 2004 hatte sich der Kläger aus Aachen, ein langjähriger Kunde der dortigen Sparkasse, mit einem Betrag von 40.000 US-Dollar am Lebensversicherungsfonds „DS Rendite-Fonds Nr. 101 Life Value I GmbH & Co. KG“ beteiligt. Zusätzlich zahlte der Anleger einen Aufgabeaufschlag von 5 Prozent des investierten Kapitals, umgerechnet 2.000 US-Dollar. „Vermittelt wurde die Fondsbeteiligung telefonisch durch einen Mitarbeiter der Sparkasse Aachen“, erklärt Jens-Peter Gieschen, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht sowie KWAG-Partner.

Später stellte der Anleger fest, dass ihm der Mitarbeiter der Sparkasse Aachen ein eher schlechtes, weil verlustträchtiges Investment vermittelt hatte. Überdies war dem Anleger verschwiegen worden, dass die Sparkasse Aachen für die erfolgreiche Vermittlung von Anteilen am Lebensversicherungsfonds „DS Rendite-Fonds Nr. 101 Life Value I GmbH & Co. KG“ eine Rückvergütung, den so genannten „Kick-back“, erhalten sollte. „Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung ist diese Heimlichtuerei eine fehlerhafte Anlageberatung, die die erfolgreiche Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen begründet“, erklärt KWAG Partner Gieschen.

Das Landgericht Aachen befand, dass der Sparkassen-Mitarbeiter seinen Kunden zwar ausreichend über die Risiken einer Beteiligung am Lebensversicherungsfonds „DS Rendite-Fonds Nr. 101 Life Value I GmbH & Co. KG“ aufgeklärt hatte. „Aber den Erhalt eines Kickbacks für die erfolgreiche Vermittlung der Fondsbeteiligung hatte der Berater verschwiegen“, sagt Gieschen. Genau deshalb muss die Sparkasse Aachen ihrem Kunden 30.153,47 Euro Schadenersatz zahlen. Überdies Verzugszinsen seit dem 9. Februar 2013 bis zum Tag der Urteilsverkündung, dem 28. November 2013. Berücksichtigt bei der Bemessung des Schadenersatzes wurden 3.662,12 Euro, die der Kläger und Anleger in den vergangenen Jahren als Fondsausschüttungen erhalten hatte. Die Sparkasse muss 98 Prozent der Kosten des Rechtsstreits übernehmen, den Rest trägt der Kläger.