Razzia bei Akzenta AG

Bis zu 35.000 Anleger um Millionen betrogen

 

Bremen/Berlin, 1. Juni 2006. Bei einer Großrazzia gegen die Akzenta AG durchsuchten am 31. Mai 2006 rund 100 Kriminalbeamte, Steuerfahnder und Staatsanwälte insgesamt 26 Geschäfts- und Privatwohnungen in Bayern und Hessen. Dabei wurden vier Hauptbeschuldigte, darunter der Firmenchef der Akzenta AG, festgenommen. Der Verdacht: Bis zu 35.000 Anleger wurden um ihr Geld betrogen. Rechtsanwalt Jan-Henning Ahrens aus der Kanzlei KTAG in Bremen begrüßt das Ziel der Polizeiaktion, neben der Verhaftung der Hauptbeschuldigten weitere mutmaßliche Beteiligte sowie Zeugen zur Sache zu vernehmen und Beweise sicherzustellen.

Seit 1998 bietet die Akzenta AG die "Werbe- und Marketing-Maßnahme Akzenta-Umsatzbeteiligung" an. Dabei sollen Käufer von bestimmten Produkten im Laufe von zehn Jahren bis zu 100 Prozent des Kaufpreises zurückerhalten, die aus Umsatzerlösen der Akzenta AG stammen sollten. Während die Ausschüttungen in den ersten Jahren äußerst gering sein sollten (zum Beispiel 0,14 Prozent im ersten Jahr), prognostizierte das Unternehmen eine ungefähre jährliche Verdoppelung dieser Rückzahlungen. Kritiker vermuten dahinter ein schlichtes Schneeballsystem, bei dem neue Kunden Ausschüttungen der Altkunden finanzieren. Dadurch waren die verhältnismäßig kleinen Anfangsausschüttungen wohl noch finanzierbar, die späteren höheren Prognosen konnten mit dem System aber nicht mehr eingehalten werden. Vertraglich geschuldete Auszahlungen erfolgten zumeist nur in Form einer Erstauszahlung. Nun besteht sogar der begründete Verdacht, dass ein Großteil der Ausschüttungen, die an Anleger hätten ausgezahlt werden müssen, unter den am Firmengeflecht beteiligten Personen aufgeteilt wurde.

Nachdem mehrere betroffene Geschädigte Strafanzeige gegen das Unternehmen gestellt hatten, bestand der Verdacht des gewerbsmäßigen Kapitalanlagebetruges in organisierter Form. Die Razzia gegen die Akzenta AG wurde nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern insbesondere gegen Vorstandsmitglieder der Dachorganisation wegen dringenden Tatverdachts der "Bildung einer kriminellen Vereinigung, des gewerbsmäßigen Bandenbetruges in Millionenhöhe und gewerbsmäßiger Untreue sowie Steuerhinterziehung" durchgeführt.

Rechtsanwalt Dr. André Ehlers von KTAG hierzu: "Jetzt bewahrheitet sich offenbar die seit langem bestehende Skepsis gegenüber dem Geschäftsmodell der Akzenta AG." Die KTAG Rechtsanwälte bieten geschädigten Anlegern die Möglichkeit, Ansprüche gegen die Akzenta AG durchzusetzen. Rechtsanwalt Ahrens hierzu: "Die Akzenta AG dürfte Gewinne in Millionenhöhe gemacht haben. Insofern ist die Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen geschädigter Anleger als aussichtsreich zu betrachten." In diesem Zusammenhang werden wir insbesondere Akteneinsicht in die Ermittlungsakten beantragen und weitere Informationen kurzfristig unter www.dasAnwaltsbuero.de bereitstellen.