MPC Sachwert Rendite-Fonds Opportunity Amerika GmbH & Co. KG vor dem Kollaps – realistische Erholungschancen tendieren gegen Null

Bei dem MPC Sachwert Rendite Fonds Opportunity Amerika GmbH & Co. KG handelt es sich um einen geschlossenen Immobilienfonds, dessen Zeichnungsfrist bis Ende 2005 lief und das Gesamtinvestitionsvolumen dabei knapp 217 Millionen US Dollar beträgt. Bei Fondsantritt versprachen die Initiatoren die Investition in chancenreiche und hochrentable Immobilien verschiedenster Nutzungsart in den USA. Mittelrückflüsse in Höhe von 170% der Anlagesumme wurden prognostiziert.

Doch der aktuelle Stand spricht eine ganz andere Sprache. Es gab bisher lediglich eine Ausschüttung in Höhe von 18% im Jahre 2007. Danach haben die Anleger keinen Cent mehr gesehen. Ganz im Gegenteil, sie mussten der Fondsgesellschaft notgedrungen ein mezzanines Darlehen in Höhe von 9 Millionen US Dollar gewähren, um Liquiditätsengpässe zu überbrücken. Nach eigenen Berechnungen der Fondsgesellschaft wird die Ausschüttungsquote des Fonds am Ende der Laufzeit ca. 60% abzüglich der bereits erfolgten Ausschüttungen betragen, mithin nur noch ca. 42 %. „Auch diese Zahl ist derzeit sehr optimistisch angesetzt, denn, wenn man den letzten Geschäftsbericht zwischen den Zeilen liest, werden die Anleger nicht einmal 25% ihrer Anlagesumme wieder zurückerhalten, da das Fondseigenkapital an sich nur noch 27% beträgt“, bemerkt Rechtsanwalt Turhal Özdal von der Kapitalanlagerechtskanzlei KWAG aus Bremen.

Der Clou bei diesem Fonds sollte sein, dass der Fonds nicht direkt selbst die Investitionen vornimmt, sondern über drei amerikanische Zielfonds sich indirekt an den Projekten beteiligt. So sollte eine Risikominderung erfolgen und ein möglichst breiter Segmentsschirm aufgespannt werden. Doch genau dieses Konstrukt hat sich als einer der Schwachpunkte herausgestellt. Rechtsanwalt Turhal Özdal von KWAG Rechtsanwälte führt dazu aus: „Zu allererst fehlt es an der Kontrollmöglichkeit hinsichtlich der Anlagestrategie der amerikanischen Manager. Die Fondsgesellschaft und damit die Anleger müssen sich mit Zielfondsreportings der Amerikaner ohne jegliche Einflussmöglichkeit auf das tägliche Geschäft zufrieden geben. Die Anleger wissen nicht einmal, in welche Objekte investiert wurde. Ich bezweifle sogar, dass die Fondsgeschäftsführung dies weiß.“

Fraglich ist auch, wie hoch die Nettoinvestitionsquote bei dem MPC Opportunity Amerika-Fonds ist. Nach Angaben der Fondsgeschäftsführung sind 89% des Kommanditkapitals an die US Zielfonds geflossen. „Das bedeutet aber mit Sicherheit nicht, dass diese 89% dort auch investiert wurden. Niemand weiß, wie viel die Zielfonds tatsächlich für Verwaltung und sonstige Auslagen vereinnahmt haben. Kostenträchtig werden ganz gewiss auch die Managervergütungen der Zielfonds sein. Aus anderen Fonds weiß man, dass die US Manager gerne mal 20-30% der Investitionssumme für sich in Anspruch nehmen. Wie soll da ein Fonds noch rentabel wirtschaften?“, fragt sich Rechtsanwalt Turhal Özdal von KWAG Rechtsanwälte.

Letztlich wird den Anlegern des MPC Opportunity Amerika – Fonds dringend empfohlen, sich anwaltliche Hilfe zu holen, um von ihrer verlustreichen Anlage noch rechtzeitig loszukommen. Die juristischen Anknüpfungspunkte, um eventuelle Schadensersatz- und Rückabwicklungsansprüche der Anleger durchzusetzen, sehen die KWAG Rechtsanwälte als äußerst aussichtsreich an.