Göttinger Gruppe / Securenta AG

Neuer Anlageskandal - Schäden in Milliardenhöhe?

Haftbefehle gegen Verantwortliche der Göttinger Gruppe

Nach Angaben des Amtsgerichts Göttingen sind gegen die Verantwortlichen der umstrittenen Göttinger Gruppe / SECURENTA AG mehr als 170 Haftbefehle erlassen worden, durch die die Offenlegung der finanziellen Verhältnisse des Unternehmens erzwungen werden sollen. Die Verantwortlichen sollen in einer eidesstattlichen Versicherung ("Offenbarungseid") Auskunft über die Finanzlage erteilen, nach dem die Göttinger Gruppe offenbar nicht mehr in der Lage ist, Forderungen der Anleger, die mit gerichtlicher Hilfe die Rückzahlung ihrer Einlagen erstritten hatten, zu bedienen.

Bislang wurden solche Forderungen - wenn auch nur sehr zögerlich - stets bedient. Dies ist derzeit jedoch offenbar nicht mehr möglich. Nach Angaben des Amtsgerichts Göttingen summieren sich mittlerweile die Forderungen gegen die Göttinger Gruppe auf mehrere Millionen Euro. Es liegen Hunderte von weiteren Anträgen auf den Erlass von Vollstreckungshaftbefehlen beim Amtsgericht Göttingen vor.

Damit scheint die Krise bei der Göttinger Gruppe nun ihren Höhepunkt zu erreichen. Diese befindet sich offensichtlich in ganz erheblichen Liquiditätsschwierigkeiten. Bereits in der Vergangenheit war es stets zu ausgesprochen zögerlicher Befriedigung der Ansprüche der Gläubiger der Göttinger Gruppe gekommen. Nun geht jedoch offenbar bei der Göttinger Gruppe gar nichts mehr.

Die Staatsanwaltschaft Göttingen ermittelt wegen Insolvenzverschleppung sowie wegen des Verdachts des Betruges und des Kapitalanlagebetruges.

Die Finanzprodukte der Göttinger Gruppe, insbesondere die Altersvorsorgeanlagen, sind bereits seit Jahren höchst umstritten, da sie häufig ohne ausreichende Risikohinweise vertrieben wurden. KTAG Rechtsanwälte konnte für zahlreiche Anleger bereits die Rückabwicklung der Beteiligung erreichen.

Insgesamt soll die Göttinger Gruppe mehr als eine Milliarde Euro bei Anlegern eingesammelt haben. Was aus diesen Geldern nun wurde, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt völlig offen.

Es besteht jedoch unter Umständen die Möglichkeit für die Anleger, gegen die jeweiligen Vertriebspartner vorzugehen. Häufig wurden die Anleger über die Risiken der vermeintlich sicheren Anlage nicht ordnungsgemäß aufgeklärt. Ein solches Vorgehen erfordert jedoch stets die Prüfung des Einzelfalls, da auf das jeweilige Beratungsgespräch abzustellen ist.

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Jan-Henning Ahrens