Pleite von Air Berlin trifft Flugzeugfonds

Die Fondsgesellschaften von Commerz Real und Hannover Leasing stecken zwar gegenwärtig nicht in Schwierigkeiten. Es sei aber unklar, wie es nach dem Insolvenzantrag der finanzschwachen Billigfluglinie weitergeht, schreibt die Internetplattform Fonds online am 16. 8. 2017.

Viele hätten seit Monaten mit einem Insolvenzantrag der Fluggesellschaft gerechnet, heißt es bei FONDS online. Inzwischen würden die Köpfe bei den Eigentümern der Flugzeuge rauchen, die Air Berlin über branchenübliche Leasingverträge gemietet hat. Vier Maschinen wurden laut Internetplattform von Geschlossenen Fonds von Commerz Real und Hannover Leasing finanziert.

Es handelt sich demnach um einen Airbus A319-112 des CFB-Fonds "176 A319 I", der im Jahr 2010 aufgelegt wurde. Er sei "grundsätzlich bis Januar 2019 an Air Berlin" vermietet. Das Flugzeug wurde im April 2015 an die Air-Berlin-Tochter Niki, die nicht insolvent ist, untervermietet. Gleichlautend sei die Entwicklung beim CFB-Fonds 178, der ebenfalls einen Airbus A319 finanziert hat.

Den Fonds "Flight Invest 47" und "Flight Invest 48" von Hannover Leasing gehört laut FONDS online jeweils ein Airbus A321-200, der bis November beziehungsweise Dezember 2018 an Air Berlin vermietet ist. Die Fluggesellschaft habe auch diese Maschinen an Niki untervermietet. Hannover Leasing hat demnach den ersten Fonds mit Air Berlin schon im Jahr 2008 emittiert, der zweite kam 2010 auf den Markt.

Trotz der Untervermietung der Flugzeuge sei die Situation für die betroffenen Fondsgesellschaften kritisch. "Air Berlin bleibt Vertragspartner unter dem bestehenden Leasingvertrag und ist somit weiterhin Mieter der Fondsgesellschaft sowie für die Zahlung der Leasingraten verantwortlich", erklärte Hannover Leasing Ende Dezember 2016 in einem Anlegerschreiben. Alle vier Flugzeugfonds seien wirtschaftlich stabil, insbesondere auf der Fremdkapitalseite läuft die Tilgung der langfristigen Darlehen bislang planmäßig.

KWAG -Rechtsanwälte rät allen Anlegern in Flugzeugfonds ihr Engagement dringend zu prüfen. Gerade Großraumflugzeuge sind nicht mehr gefragt, etliche Leasingverträge für den Airbus A 380 sind gekündigt oder werden nicht evrlängert.

Wir haben Anleger bereits mehrfach vor hohen finanziellen Risiken bei Flugzeugfonds gewarnt. Das größte Risiko bei diesem Anlageprodukt liegt darin, nach Ablauf der Leasingperiode eine rentable Anschlussverwendung für das Flugzeug zu finden.

Auffällig ist ausserdem, dass die Laufzeiten der ersten Leasing- oder Überlassungsverträge für die fondsfinanzierten Flugzeuge zehn Jahre oder länger laufen. Das entspricht exakt der absoluten Verjährungsfrist für Schadensersatzansprüche.

Wenn Sie in Flugzeugfonds engagiert sind, sollten Sie deshalb umgehend Kontakt mit uns aufnehmen. Eine Liste aller Flugzeugfonds als PDF-Datei zum Download finden Sie HIER. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihr Engagement kostenlos prüfen zu lassen, nutzen Sie dafür bitte diesen Fragebogen.

Den zitierten Artikel aus FONDS online finden Sie  HIER.