Großraumflieger von Airbus enttäuscht: Erster A 380 könnte verschrottet werden

Fast zehn Jahre nach der ersten Auslieferung eines A 380 ist unklar, was aus den gebrauchten Großraumfliegern werden soll. Der A 380 bleibt weit hinter den Erwartungen von Airbus zurück, heißt es am 5. 7. 2017 im Bremer WESER KURIER. Möglicherweise stehe die Verschrottung erster Maschinen bevor.

Im Oktober läuft der erste von vier Leasing-Verträgen von Singapore Airlines aus, die 2007 als erste Fluglinie einen A 380 übernahm. Die Airline hat die Flugzeuge geleast, eigentlicher Besitzer ist ein Fonds des Dortmunder Emissionshauses Dr. Peters Group. Anselm Gehling, Geschäftsführer von Dr. Peters, überlege nun, was seine Firma mit den vier Maschinen machen wird, nachdem Singapore Airlines sie zurückgegeben hat, heißt es im WESER KURIER. Hintergrund: Der A 380 bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Im vergangenen Jahr hat der Flugzeughersteller angekündigt, die Produktion zu drosseln.

„Derzeit suchen wir gemeinsam mit unserem Re-Marketing-Partner Airbus nach einer Möglichkeit für ein Anschlussleasing“, zitiert die Zeitung Anselm Gehling. Dazu sei man mit sechs Airlines in Gesprächen. Einige davon seien sogar daran interessiert, einen gebrauchten A 380 nicht nur zu leasen, sondern gleich ganz zu kaufen, heißt es weiter.

Man müsse aber eine Lösung finden, die die Anleger des Fonds befriedige. „Sollten diese beiden Möglichkeiten nicht zu rentablen Ergebnissen führen, kommt auch ein Part-out in Betracht. Das heißt, wir würden Einzelteile wie Trieb- oder Fahrwerke verkaufen“, sagte Gehling dem WESER KURIER. Er verwies demnach darauf, dass die Nachfrage nach Ersatzteilen für den A 380 sehr hoch sei. Es könnten mit einem Verkauf der Einzelteile mitunter höhere Preise erzielt werden, als wenn man einen kompletten A 380 anböte.

Das Emmissionshaus Dr. Peters hat noch fünf weitere A 380 finanziert und an Air France weitergegeben. Diese Verträge laufen zwischen Februar 2020 und November 2024 aus. „Es gibt derzeit allerdings keine Hinweise darauf, dass Air France die Verlängerungsoption um fünf weitere Jahre nicht ausführen wird“, sagte Gehling dem WESER KURIER. Andere Maschinen dieses Typs sind über Fonds des Emissionshauses Hannover Leasing AG finanziert worden.

Wir hatten Anleger bereits mehrfach vor hohen finanziellen Risiken bei Flugzeugfonds gewarnt. Das größte Risiko bei diesem Anlageprodukt liegt darin, nach Ablauf der Leasingperiode eine rentable Anschlussverwendung für das Flugzeug zu finden.

Auffällig ist ausserdem, dass die Laufzeiten der ersten Leasing- oder Überlassungsverträge für die fondsfinanzierten Flugzeuge zehn Jahre oder länger laufen. Das entspricht exakt der absoluten Verjährungsfrist für Schadensersatzansprüche.

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