Zinsflaute - Commerzbank steht vor großem Stellenabbau

Die Commerzbank hat offenbar eine Antwort auf den Gewinneinbruch durch die Niedrigzinsen gefunden: Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus will Jobs in großem Ausmaß streichen. Von 5000 Stellen ist die Rede.

Erschienen auf SPIEGEL Online am 23. 9. 2016 / 13:26 h mit Material der Presseagenturen dpa-AFX und Reuters

Link: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/commerzbank-will-laut-medienbericht-5000-stellen-streichen-a-1113639.html

Die Commerzbank steht Presseberichten zufolge vor einem drastischen Stellenabbau. Der seit Mai amtierende Vorstandschef Martin Zielke wolle mindestens 5000 der derzeit konzernweit rund 50.000 Jobs streichen, berichtet das "Wall Street Journal". Vor allem in der Verwaltung sehe das Management Einsparpotenzial.

Zuvor hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, dass in der Bank sogar eine fünfstellige Zahl von Stellen gefährdet sein könnte. Ein Sprecher von Deutschlands zweitgrößtem Kreditinstitut wollte auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE keinen Kommentar abgeben.

Commerzbank-Chef Zielke will in der kommenden Woche dem Aufsichtsrat seine Pläne für eine neue Strategie vorlegen und anschließend die Öffentlichkeit informieren. Der Aufsichtsrat der Bank tagt am Mittwoch. Zielke will demnach erklären, wie die Bank in Zeiten der Niedrigzinsen und der deutlich verschärften Auflagen der Aufseher den Verfall der Gewinne stoppen kann.

Laut den Presseberichten will die Bank die Sparte für den Mittelstand auflösen. Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu fünf Millionen Euro könnten demnach künftig vom Privatkundenbereich betreut werden, während das Großkundengeschäft ins Investmentbanking integriert werden könnte. Einen drastischen Abbau der Filialen hat die Bank anders als die Deutsche Bank bislang ausgeschlossen.

Zielke war lange Chef des Privatkundengeschäfts und hatte dieses in den vergangenen Jahren wieder zu einem Ertragsbringer gemacht. Dagegen litt zuletzt das Mittelstandsgeschäft schwer unter den niedrigen Zinsen. Unter Zielkes Amtsvorgänger als Vorstandschef, Martin Blessing, hatte die Commerzbank seit 2013 bereits rund 5000 Stellen abgebaut.

msc/dpa-AFX/Reuters

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