N1 European Filmproduktions GmbH & Co.KG - Drohender Totalverlust der Einlage -

Alle Anleger, die sich am Fonds N1 European Filmproduktions GmbH & Co.KG – hauptsächlich vertrieben über Volks- und Raiffeisenbanken – beteiligt haben, müssen einen Totalverlust ihrer Einlage fürchten.

Der sich bereits in der Liquidation befindliche Fonds weist einen mehr als besorgniserregenden Zustand auf. Trotz bereits erfolgter Ausschüttungen in Höhe von rund 14% der Zeichnungssumme ist ein Totalverlust nicht ausgeschlossen. Diese Verluste werden auch durch die erzielten Steuervorteile nicht kompensiert.

Der Fonds wurde von den Volksbanken und Raiffeisenbanken als steuerwirksame Anlage empfohlen, wobei in aller Regel auch eine Absicherung großer Teile der Zeichnungssumme suggeriert wurde. Für den Vertrieb erhielten die Banken umsatzabhängig erhebliche Provisionen in Höhe von mindestens 9 % der Zeichnungssumme, die teilweise durch Bonuszahlungen noch aufgestockt wurden.

Die Anleger wurden in aller Regel nicht über diese Provisionszahlungen und das damit einhergehende Interesse der Banken an der Empfehlung dieser Anlage informiert. Die Gefahr, dass sich die Bank nicht mehr vom Kundeninteresse und der damit verbundenen Pflicht zu anleger- und anlagegerechter Beratung, sondern vom eigenen Provisionsinteresse leiten lässt, liegt dabei auf der Hand. Deshalb sind diese Provisionszahlungen – die sich auch nicht aus dem Emissionsprospekt ergeben - nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes offenlegungspflichtig, ein Verstoß hiergegen löst Haftungsansprüche wegen fehlerhafter Beratung aus.

Darüber hinaus war auch die jeweilige örtliche Bank nach der Rechtsprechung verpflichtet, die Anlagen selbst auf Plausibilität zu prüfen. Dies ist in der Regel jedoch nicht geschehen, da sich die örtlichen Banken auf die Empfehlung des Dachverbandes verlassen haben. Hierauf hätten die Anleger jedoch ebenfalls hingewiesen werden müssen.

Der Fondsprospekt selbst klärt nicht hinreichend über das Risiko eines Totalverlustes auf. Auch diesen Fehler muss sich die Bank zurechnen lassen, wenn sie selbst in der Beratung auf ein solches Verlustrisiko nicht hingewiesen und sich zur Aufklärung auch der Übergabe des Prospektes bedient hat.

Es bestehen damit Ansatzpunkte für Schadensersatzansprüche von Anlegern gegen die beratende Bank, die unter Anrechnung bisheriger Ausschüttungen grundsätzlich auf Rückzahlung des eingesetzten Kapitals gegen Rückübertragung der Anteile gerichtet sind.