It´s a kind of magic– nun lösen sich auch beim Hannover Leasing-Fonds „Magical Productions“ (Rush Hour II) vermeintlich sichere Steuervorteile in Luft auf

Anleger müssen mit erheblichen Nachzahlungen für die Zaubervorstellung rechnen- der Schaden geht in die Millionen.

Inzwischen versendet Hannover Leasing fast täglich Briefe an Ihre Medienfondsanleger. Der Inhalt ist fast immer vollständig identisch – lediglich die Fondsbezeichnung wechselt. In dieser Woche macht die „Magical Productions GmbH & Co. KG“ (HL 142) den Anfang. Über diesen Fonds sollte der Film „Rush Hours II“ produziert und finanziert werden.

Mit dem inzwischen üblichen Standardschreiben teilt die Geschäftsführung den Anlegern mit, dass die Party nach der Siegesfeier über die Finanzverwaltung nach dem Entscheid des Finanzgerichts München vom 8. April 2011 nun zu Ende ist. Schuld daran sei diesmal die „Steuerfahndungsstelle“. Diese geht davon aus, dass es sich bei dem Fonds Rush Hour II gerade nicht um ein rechtlich anerkanntes Steuerstundungsmodell, sondern lediglich um eine „verdeckte Festgeldanlage“ handele. Der Vorwurf: Die Gesellschaft sei nur zum Schein der Filmherstellung nachgegangen. In Gang gesetzte Geldkreisläufe seien nur fingiert.

Dass passt so gar nicht zu der werbenden Aussage im Prospekt, dass eine verbindliche Auskunft der Finanzverwaltung hinsichtlich der steuerlichen Konzeption vorgelegen habe“, so Jens-Peter Gieschen, Partner der KWAG Rechtsanwälte, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht.

„Die magische Zaubervorstellung könnte sich so als plumper Taschenspielertrick entpuppen, der die Anleger teuer zu stehen kommen könnte“, so Fachanwalt Jens-Peter Gieschen. Die anfänglichen Verlustzuweisungen würden demnach vollständig aberkannt. Erhebliche Steuernachzahlungen zuzüglich Zinsen in Höhe von 6 % p.a. seit Zeichnung sind die Folge.

Der Fonds ist im Jahr 2002 hauptsächlich von der Dresdner Bank vertrieben worden. KWAG- Rechtsanwälten liegen diesbezüglich interne Schulungsunterlagen der Bank vor. Diesen lässt sich deutlich entnehmen, dass die Fondsstruktur falsch dargestellt ist. Steuerliche Risiken wurden verharmlost. Außerdem findet sich der Vermerk in dem Prospekt, dass der Fonds gerade für Anleger mit „geringer Risikobereitschaft“ geeignet ist- eine fatale Fehleinschätzung, denn Geschlossene Fonds sind als unternehmerische Beteiligungen stets mit dem Risiko des Totalverlustes behaftet und damit sicher nichts für Anleger mit „geringer Risikobereitschaft“, so Fachanwalt Gieschen.

Aufgrund der erstmals zum Jahresende 2011 eintretenden „Absoluten-Verjährung“ droht Anlegern dieses Fonds im Jahr 2012 taggenau – abhängig vom individuellen Zeichnungsdatum – die  Verjährung ihrer Schadensersatzansprüche. Aus anwaltlicher Vorsicht empfiehlt Fachanwalt Gieschen Anlegern jedoch, noch vor Jahresende tätig zu werden; erste Rückstellungen seien im Jahr 2008 bereits auf Fondsgesellschaftsebene gebildet worden. Ansprüche wegen Falschberatung wegen steuerlicher Aspekte im Zusammenhang mit der Medienfondsbeteiligung verjähren bereits zum Jahresende. Insofern sollten Anleger sehr zeitnah einen auf dem Gebiet des Bank- und Kapitalmarktrechts spezialisierten Fachanwalt aufsuchen und sich beraten lassen.