KWAG-INFO: Klage gegen Volkswagen wegen Manipulation am Motor EA288 beim Multivan T6

Hat VW auch am Motor vom Typ EA288 "Schummelsoftware" eingesetzt? T6-Halter klagt wegen Abgasmanipulation.

Mehr von KWAG-Rechtsanwalt Marco Buttler

Die Fakten:

Bekannt sind die Abgasmanipulationen bei Fahrzeugen, in denen der Motor mit der VW-internen Kennung EA189 verbaut ist. Nun setzt sich der Diesel-Skandal fort: Denn auch das Nachfolgemodell des Motors, der Typ EA288, für den VW stets betonte, dass diese Fahrzeuge nicht von einer illegalen Manipulation betroffen seien, verdichten sich inzwischen die Hinweise, dass auch hier „Schummelsoftware“ verbaut wurde. Offiziell wurde vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) nun erstmals der Rückruf einer Serie von VW T6 angeordnet, in der dieser Motor verbaut ist.

Zum Hintergrund:

Die Abgasreinigung, wie sie zur Einhaltung der Stickoxid-Grenzwerte der EURO-6-Norm erforderlich ist, arbeitet nur in einem bestimmten Außentemperaturbereich wirksam, da ein sog. „Thermofenster“ eingerichtet ist. Damit schaltet sich die Filterreinigung bei niedrigen oder hohen Temperaturen einfach ab oder läuft nur gedrosselt. Mit der Folge, dass die vorgeschriebenen Grenzwerte nicht eingehalten werden.

Dieser enge Temperaturbereich, in dem die Filterreinigung aktiv ist, entspricht – wenig verwunderlich - ausgerechnet dem Temperaturbereich, wie er von Gesetzes wegen auf einem Prüfstand zu herrschen hat. Im Realbetrieb wird dieser Temperaturbereich in unseren Breitengraden hingegen die wenigste Zeit im Jahr erreicht, so dass die Filterreinigung meistens nicht voll aktiv ist, die Stickstoffemissionen hierdurch signifikant höher, als auf dem Prüfstand. Im Realbetrieb halten die Fahrzeuge in großem Umfang die Grenzwerte für die Einstufung in Schadstoffklasse Euro 6 nicht ein. Das Verfahren wird daher in der Regel als illegale Abschalteinrichtung gewertet.

Im Rückrufschreiben heißt es verharmlosend, dass es während der Regeneration des Dieselpartikelfilters zu erhöhten Stickoxidemissionen kommen könne und das Motorsteuergerät des Fahrzeuges neu programmiert werden solle.

Mit dieser Schönfärberei hat sich ein Mandant unserer Kanzlei jedoch nicht abspeisen lassen. Er hat nun Klage gegen die Volkswagen AG unter anderem wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung eingereicht.

Das Ziel:

VW soll den vollständigen Kaufpreis ohne Anrechnung einer Nutzungsentschädigung zurückzahlen, da ein Abzug einer Nutzungsentschädigung im Falle einer vorsätzlich sittenwidrigen Schädigung als unbillig zu qualifizieren ist. Hinzu kommen Zinsansprüche seit Zahlung des Kaufpreises, da dem Kunden dieser Geldbetrag durch die vorsätzliche sittenwidrige Schädigung entzogen wurde.

Was Sie als Eigentümer eines betroffenen Fahrzeugs jetzt tun sollten

Lassen Sie sich nicht in die Irre führen!

Auch wenn offiziell nur von einer „Konformitätsabweichung“ die Rede ist, haben Sie nicht das bekommen, was Sie im Rahmen des abgeschlossenen Kaufvertrages erwartet haben und erwarten durften: Nämlich auf der einen Seite ein Fahrzeug, dass die in der EG-Typgenehmigung angegebenen Stickoxidwerte tatsächlich auch einhält und auf der anderen Seite ein Fahrzeug, dass entsprechend seinem objektiven Verwendungszweck im Straßenverkehr eingesetzt werden darf, also über eine uneingeschränkte Betriebserlaubnis verfügt, deren Fortbestand nicht aufgrund bereits bei Auslieferung des Fahrzeugs dem Hersteller bekannter konstruktiver Eigenschaften gefährdet ist.

Zögern Sie daher nicht, jetzt Rechtsrat einzuholen. Wir prüfen für Sie im Rahmen einer kostenfreien Erstberatung gerne Ihre Möglichkeiten zur Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

Das KWAG-Info als PDF-Datei zum Download finden Sie HIER.