Bremer Landgericht urteilt gegen VW

Das Bremer Landgericht hat zugunsten eines vom Diesel-Skandal betroffenen VW-Kunden entschieden. Er soll jetzt mehr als 33.000 Euro erhalten, berichtet der Bremer WESER KURIER (WK) am 20. 2. 2019 unter Bezug auf eine KWAG-Pressemitteilung.

Das Bremer Landgericht hat zugunsten eines VW-Kunden entschieden, der nach dem Abgas-Skandal geklagt hatte, schreibt WK-Autor Florian Schwiegershausen. Das Gericht sei der Auffassung, dass VW unzulässige Manipulationssoftware eingesetzt hat (AZ. 8O584/17). Deshalb könne der Kläger laut Urteil sein Auto zurückgeben und erhalteden Kaufpreis abzüglich einer Nutzungsentschädigung zurück.

Dann wird KWAG-Rechtsanwalt Jan-Henning Ahrens zitiert, der den Kläger vertritt: „Ein Durchschnittskäufer dürfe darauf vertrauen, dass er sein Fahrzeug ungehindert im Straßenverkehr bewegen kann, und dass der Hersteller die erforderlichen Erlaubnisse und Genehmigungen nicht durch Täuschung erwirkt hat.“ Hier habe der Hersteller laut Richtern aber durch die manipulierte Software erreicht, dass das Auto die zur Zulassung vorgeschriebenen Schadstoffgrenzwerte einhalten kann.

Weiter heißt es im WESER KURIER: Der Händler hatte unter anderem argumentiert, der Mangel sei unerheblich und durch ein Software-Update zu beheben. Das ließen die Richter nicht gelten. Auch wenn die Beseitigung durch das Update lediglich rund 100 Euro koste, sei der Mangel keineswegs unerheblich. Entscheidend sei, dass durch die Manipulationssoftware eine Stilllegung des Fahrzeuges drohe. Weiter stellten die Richter fest, dass auch eine sogenannte Nacherfüllung, also das nachträgliche Aufspielen des Software-Updates, für den Kläger unzumutbar sei. Denn die neue Software sei ja auch von VW entwickelt worden.

Schließlich zitiert WK-Autor Florian Schwiegershausen noch einmal KWAG-Rechtsanwalt Jan-Henning Ahrens. Er sehe es als Nachteil, wenn Kunden erst das Ende der Sammelklage abwarten, bevor sie ihre Ansprüche geltend machen würden: „Da die Kunden den Wagen ja in all der Zeit weiternutzen, verringert sich dadurch der Kaufpreis, den sie geltend machen wollen.“ Deshalb: Je eher ein Urteil, desto besser sei es.

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Die KWAG-Pressemitteilung, die Anlass für den Artikel war, finden Sie  HIER.