Ideenkapital PRORENDITA 1 Britische Leben

Lebensversicherungsfonds mit großen finanziellen Problemen

Investoren müssen mit hohen Verlusten rechnen

 

Die Investoren im Lebensversicherungsfonds Ideenkapital PRORENDITA 1 Britische Leben müssen sich auf erhebliche Vermögenseinbußen gefasst machen. Nach Erkenntnissen der auf Investorenschutz spezialisierten KWAG Kanzlei für Wirtschafts- und Anlagerecht droht den Anlegern des Ideenkapital PRORENDITA 1 Britische Leben ein Verlust von mehr als 52 Prozent des investierten Kapitals.

Der Lebensversicherungsfonds Ideenkapital PRORENDITA 1 Britische Leben hat ein Volumen von 47,1 Millionen Euro. Davon haben Anleger rund 25 Millionen Euro als Eigenkapital eingebracht, der Rest wurde finanziert. Der Fonds wurde im Jahr 2004 aufgelegt und im Jahr 2005 platziert. Vertrieben wurde der Fonds in Euro. Investoren konnten sich am Ideenkapital PRORENDITA 1 Britische Leben mit mindestens 10.000 Euro plus 5,00 Prozent Ausgabeaufschlag beteiligen. Die Auflösung des Fonds ist laut Verkaufsprospekt für das Jahr 2018 vorgesehen.

Der Ideenkapital PRORENDITA 1 Britische Leben ist auf britische Policen ausgerichtet. „Die Anleger stehen vor einem Trümmerhaufen“, glaubt Jens-Peter Gieschen, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht sowie KWAG-Partner. Denn „bis heute hätten sie 66 Prozent des Kommanditkapitals als Ausschüttungen erhalten sollen. Tatsächlich bekommen haben sie jedoch nur 14 Prozent“, so Gieschen.

Konkret bedeutet dies: Ausschüttungen gab es nur in den Jahren 2006-2007. In den Jahren 2008-2012 erhielten die Fondsinvestoren keine Ausschüttungen. „Wir befürchten, dass Anleger auch weiterhin leer ausgehen werden“, sagt Fachanwalt Gieschen. Überdies steige von Monat zu Monat das Risiko, dass Investoren ihren Kapitaleinsatz größtenteils oder sogar vollständig verlieren.

Fachanwalt und KWAG-Partner Jens-Peter Gieschen warnt Investoren im Ideenkapital PRORENDITA 1 Britische Leben eindringlich davor, etwaigen Sanierungskonzepten kritik- und bedenkenlos zuzustimmen. „Insbesondere falls eine Kapitalerhöhung vorgeschlagen und durchgesetzt werden soll, sodass Anleger schlechtem Geld gutes hinterherwerfen.“ Noch gebe es gute Alternativen, die es allen Anlegern ermöglichten, ohne nennenswerte Verluste aus diesem Fonds auszusteigen.

„In jedem Fall sollte sorgfältig geprüft werden, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass durch ein Sanierungskonzept die Probleme dauerhaft gelöst werden können“, betont Gieschen. Erfolg versprechender sei hingegen häufiger, Schadenersatzansprüche wegen fehlerhafter Anlageberatung oder mangelnder Prospektgestaltung geltend zu machen und dann auch vor Gericht durchzusetzen.