KWAG-INFO: Massive Verluste mit Cum-Ex-Geschäften

Viele Anleger haben bei sogenannten Cum-Ex-Geschäften massive Verluste gemacht. Wie Sie Ihr Kapital retten und was Banken und Vermittler Ihnen nicht erklärten haben, erläutert KWAG-Rechtsanwalt Steven Selvanayagam in einem KWAG-IINFO.

Durch sogenanntes Dividendenstripping – besser bekannt unter Cum-Ex-Geschäften - sind dem Staat nach der Berechnung der Universität Mannheim seit 2001 mindestens 24,6 Milliarden Euro entgangen, möglicherweise sogar mehr. Dividendenstripping ist die Kombination aus dem Verkauf einer Aktie kurz vor dem Termin der Dividendenzahlung und dem Rückkauf derselben Aktie kurz nach dem Dividendentermin. Weil der Verkäufer beim Verkauf kurz vor Dividendenstichtag nicht Eigentümer der Aktie ist, also ein Leerverkäufer, und die Aktie kurz nach dem Stichtag geliefert wird, können durch dieses Geschäft mehrfache Erstattungen von nur einmal abgeführter Kapitalertragssteuer erfolgen. Das hat zur Konsequenz, dass die Finanzbehörden quasi mehr Erstatten, als sie tatsächlich eingenommen haben.

In letzter Zeit kommt es vermehrt zu Forderungen von Anlegern, die durch Cum-Ex-Geschäfte Geld verloren haben. Meistens spielen dabei Vermittler oder beratende Banken eine wesentliche Rolle. Der Drogerieketten-Unternehmer Erwin Müller zum Beispiel ging wegen solcher Geschäfte gegen seine ehemalige Bank vor. Das Landgericht Ulm hat ihm in der Sache vollumfänglich Recht gegeben und ihm Schadensersatz in Höhe von fast 45 Millionen Euro zugesprochen. Die Bank ist demnach ihren Beratungspflichten nicht nachgekommen.

Fälle dieser Art häufen sich vor deutschen Gerichten. Zudem sind die Cum-Ex-Geschäfte inzwischen massiv in den Verruf geraten. Der Grund, es besteht der Verdacht, dass sie vor allem genutzt wurden, um den Fiskus bewusst zu prellen. Mittlerweile wird auch von Seiten der Bundesregierung der Druck erhöht.

Wenn Sie eine Anlage mit Cum-Ex-Bezug gezeichnet haben und dabei nicht über die hohen Risiken und das „Steuerraubmodell“ aufgeklärt wurden, können Sie sich gegen ihren Berater oder ihr Kreditinstitut zu Wehr setzen. Sie müssen die erheblichen Verluste nicht hinnehmen.

In diesem Zusammenhang weisen wir darauf hin, dass Sie möglichst zeitnah eine Rechtsberatung einholen sollten, da in vielen Fällen bereits die unmittelbare Verjährung drohen dürfte.

Um verjährungshemmende Maßnahmen zu ergreifen, müssen Sie schnell reagieren, bevor es zu spät ist.

Sind sie von Verlusten betroffen sind, die im Zusammenhang mit Cum-Ex-Geschäften stehen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Wir bieten Ihnen kompetente Beratung und eine umfangreiche Expertise in Sachen Bank- und Kapitalmarktrecht.

© KWAG – Rechtsanwälte, 28. 6. 2017

Das KWAG-INFO "Verluste mit Cum-Ex-Geschäften" als PDF-Datei zum Download finden Sie  HIER.