KWAG-INFO: Corona-Pandemie - Probleme mit der Bank?

Droht Ihre Hausbank, jetzt den Kredit zu kündigen oder lehnt sie zurzeit eine Ratenstundung ab?

Von KWAG-Rechtsanwältin Christina Gladkich

Darlehensnehmer wissen häufig nicht ausreichend um ihre Rechte. Wir empfehlen: Lassen Sie sich von Ihrer Hausbank nicht in die Enge drängen. Wir beraten Sie gerne, wenn die Bank den Kredit aufgekündigt hat oder sogar schon mit Vollstreckung droht.

Wenn Sie Ihren Kredit aufgrund der Corona-Krise derzeit nicht bedienen können, kann die Bank Ihnen nicht ohne weiteres wegen Zahlungsverzugs kündigen. Denn für den Zeitraum vom 1. April bis 1 Juni 2020 (ggf. noch verlängerbar) gilt nach dem Willen des Gesetzgebers, dass Raten gestundet werden dürfen. Sie müssen das der Bank nicht einmal explizit mitteilen, sondern dürfen sowohl die Zins- als auch Tilgungszahlung aussetzen.

Die Bank kann Ihnen in diesen drei Monaten also nicht den Vertrag kündigen, weil Sie in Zahlungsschwierigkeiten geraten sind.

Darüber hinaus gilt: eine außerordentliche Kündigung des Vertrages durch die Bank ist nach § 490 BGB ohnehin nur möglich, wenn die gesamte Rückführung des Darlehens - und das auch unter Berücksichtigung der Sicherheiten - gefährdet ist. Das bedeutet: ist Ihr Darlehen besichert, hat die Bank in der Regel ohnehin keine Möglichkeit zur fristlosen Kündigung des Darlehensvertrages. Die bloße Befürchtung, dass Sie - z.B., weil Ihr Unternehmen aufgrund der Corona-Krise schließen musste - Ihre Raten dauerhaft nicht mehr bedienen können, reicht nicht aus.

Haben Sie bereits ein Schreiben Ihrer Bank erhalten, empfehlen wir, sich dringend an einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht zu wenden.

Ansprechpartner zum Thema „Darlehensverträge in der Corona-Krise“ sind KWAG-Rechtsanwälte Jan-Henning Ahrens und Christina Gladkich.

Das KWAG-INFO als PDF-Datei können Sie HIER herunterladen.

16. 4. 2020 / © KWAG RECHTSANWÄLTE