(BAC) Berlin Atlantic Capital Life Trust 2

Lebensversicherungsfonds mit großen finanziellen Problemen

Investoren müssen mit hohen Verlusten rechnen

 

Die Investoren im Lebensversicherungsfonds Berlin Atlantic Capital Life Trust 2 müssen sich auf erhebliche Vermögenseinbußen gefasst machen. Nach Erkenntnissen der auf Investorenschutz spezialisierten KWAG Kanzlei für Wirtschafts- und Anlagerecht droht den Anlegern des Berlin Atlantic Capital Life Trust 2 ein Verlust von mehr als 94,3 Prozent des investierten Kapitals.

Der Lebensversicherungsfonds Berlin Atlantic Capital Life Trust 2 hat ein Volumen von 21 Millionen Euro. Davon haben Anleger rund 20 Millionen Euro als Eigenkapital eingebracht, Der Fonds wurde im Jahr 2005 aufgelegt und im Jahr 2006 platziert. Investoren konnten sich am Berlin Atlantic Capital Life Trust 2 mit mindestens 8.000 Euro plus 5,00 Prozent Ausgabeaufschlag beteiligen. Die Auflösung des Fonds ist laut Verkaufsprospekt für das Jahr 2012 vorgesehen.

Der Berlin Atlantic Capital Life Trust 2 ist auf amerikanische Policen ausgerichtet. „Die Anleger stehen vor einem Trümmerhaufen“, glaubt Jens-Peter Gieschen, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht sowie KWAG-Partner. Denn „bis heute hätten sie 144,7 Prozent des Kommanditkapitals als Ausschüttungen erhalten sollen. Tatsächlich bekommen haben sie jedoch nur 50,3 Prozent“, so Gieschen.

Konkret bedeutet dies: Ausschüttungen gab es nur in den Jahren 2006-2009. In den Jahren 2010-2012 erhielten die Fondsinvestoren keine Ausschüttungen. „Wir befürchten, dass Anleger auch weiterhin leer ausgehen werden“, sagt Fachanwalt Gieschen. Überdies steige von Monat zu Monat das Risiko, dass Investoren ihren Kapitaleinsatz größtenteils oder sogar vollständig verlieren.

Fachanwalt und KWAG-Partner Jens-Peter Gieschen warnt Investoren im Berlin Atlantic Capital Life Trust 2 eindringlich davor, etwaigen Sanierungskonzepten kritik- und bedenkenlos zuzustimmen. „Insbesondere falls eine Kapitalerhöhung vorgeschlagen und durchgesetzt werden soll, sodass Anleger schlechtem Geld gutes hinterherwerfen.“ Noch gebe es gute Alternativen, die es allen Anlegern ermöglichten, ohne nennenswerte Verluste aus diesem Fonds auszusteigen.

„In jedem Fall sollte sorgfältig geprüft werden, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass durch ein Sanierungskonzept die Probleme dauerhaft gelöst werden können“, betont Gieschen. Erfolg versprechender sei hingegen häufiger, Schadenersatzansprüche wegen fehlerhafter Anlageberatung oder mangelnder Prospektgestaltung geltend zu machen und dann auch vor Gericht durchzusetzen.