Neosino AG

Das NDR-Nachrichtenmagazin Panorama berichtete am 09.03.2006, dass die Produkte des Nanotechnologie-Unternehmens Neosino AG nicht das enthalten, was das Unternehmen verspricht. Neosino stellt unter anderem Nahrungsergänzungsmittel her, deren Inhaltsstoffe angeblich durch ein besonderes mechanisches Verfahren in nur 3-10 nm große Partikel zermahlen werden. Laut Panorama habe eine Analyse des Max-Planck-Instituts jedoch ergeben, dass die Partikel tatsächlich etwa tausendfach größer sind als angegeben. Der renommierte Wissenschaftler Prof. Dr. Markus Antonietti vom Max-Planck-Institut verglich die Wirkung des Neosino-Produkts mit dem Schlucken von Staub.

Die Aktien der Neosino AG werden seit dem 04. Januar 2006 im Entry Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt. Im Vorfeld des Panorama-Berichtes brach der Aktienkurs um knapp 40 Prozent ein.

Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, wird zu prüfen sein, ob die Verantwortlichen der Neosino AG im Rahmen des Börsenganges falsche Angaben zum technologischen Know-how des Unternehmens gemacht haben. In diesem Fall werden sich die Neosino AG und deren Verantwortliche Schadensersatzansprüchen geschädigter Aktionäre ausgesetzt sehen.

Der Generalsekretär des Deutschen Sportbundes (DSB), der seinen Mitgliedern bislang Neosino-Produkte empfohlen hatte, reagierte umgehend auf die Vorwürfe von Panorama und erklärte, Neosino-Produkte künftig nicht mehr im Vermarktungsportfolio zu führen.

Hingegen waren Verantwortliche des FC Bayern München, der Neosino als Partner und offiziellen Lieferanten in sein Sponsoren-Team aufnahm und dessen Vereinsemblem die Verpackungen verschiedener Neosino-Produkte ziert, gegenüber Panorama zu keiner Stellungnahme bereit. Vereinsarzt Dr. Müller-Wohlfahrt war von Neosino-Produkten derart überzeugt, dass er die Profi-Fußballer mit den Wirkstoffen versorgte.

KTAG Rechtsanwälte wird Ansprüche von Neosino-Aktionären prüfen.