DM Beteiligungen AG - Vorgehensweise

Vorgehensweise

Zunächst empfehlen wir allen Anlegern, die Forderung gegenüber dem Insovenzverwalter geltend zu machen. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens ist jedoch nicht zu erwarten, dass Sie Ihre Einlage vollständig zurückerhalten. Üblicherweise müssen sich Anleger mit einer Insolvenzquote von 10-15 % zufriedengeben. Im vorliegenden Fall wird die Quote maßgeblich davon abhängen, ob die Immobilien, in die die DM Beteiligungen AG mittel- oder unmittelbar investiert hat, mit Grundschulden von Banken belastet sind. Jene würden vorrangig bedient werden.

 
Angesichts des geringen Stammkapitals z.B. der DM Airport Immobilien GmbH gehen wir davon aus, dass vorrangige Rechte kreditgebender Banken bestehen.
 
Deshalb werden Anleger, die ihre Einlage zurückverlangen wollen, andere Wege suchen müssen. Zwei Wege bieten sich an:
 
1. Haftung des Vermittlers / Anlageberaters
 
Sind Ihnen die Schuldverschreibungen von einem Anlageberater oder -vermittler empfohlen worden, können Sie diesen in Anspruch nehmen, wenn er nicht ausreichend auf das Totalverlustrisiko hingewiesen hat. Allerdings müssen Sie diese Falschberatung beweisen. Hilfreich ist, wenn bei dem Beratungsgespräch ein Dritter zugegen war, der Ihnen als Zeuge zur Verfügung steht.
 
2. Prospekthaftung
 
Nach unserer Auffassung enthält der Prospekt keine ausreichenden Risikohinweise. Im Prospekt sind die Aussagen "kein Kursrisiko, da Rückzahlung zum Nennbetrag am End der Laufzeit" und "keine Haftung für Verbindlichkeiten der Gesellschaft" enthalten. Diese suggerieren eine Sicherheit der Einlage, die tatsächlich nicht vorhanden war. Auch der Hinweis auf die Immobilien, die die Basis der Unternehmenstätigkeit darstellen sollen, könnte fehlerhaft sein. Nach unserer vorläufigen Einschätzung sind die Immobilien auch von Banken fremdfinanziert worden. Inhaber der Schuldverschreibungen profitieren wegen der vorrangigen Grundschulden nicht vom Immobilienbestand als Vermögen. Inwieweit die Beteiligungen der Gesellschaft werthaltig sind, vermögen wir derzeit nicht abzuschätzen. Wir bemühen uns jedoch um eine Einsicht in die Ermittlungs- und Insolvenzakten, aus der sich weitere Erkenntnisse ergeben dürften.
Haftungsadressat der Prospekthaftung ist der Vorstand der Gesellschaft, Herr Michael Gronemeyer, persönlich, da er in den uns vorliegenden Prospekten die persönliche Haftung für die Richtigkeit der Prospektangaben übernommen hat. Außerdem kann eine Haftung der Wirtschaftsprüfer gegeben sein, wenn der erteilte Prüfungsvermerk unrichtig war.
Problematisch für Prospekthaftungsansprüche kann deren kurze Verjährungsfrist sein. Grundsätzlich verjähren Prospekthaftungsansprüche drei Jahre nach Prospektveröffentlichung bzw. Zeichnung, jedenfalls sechs Monate ab Kenntnis von den Prospektfehlern. Hier ist also individuell zu prüfen, wann Verjährung eintritt.
 
3. Eventuell: deliktische Schadensersatzansprüche
 
Sollte sich herausstellen, dass Anleger vorsätzlich getäuscht wurden, können auch sogenannte "deliktische" Schadensersatzansprüche bestehen. Derzeit prüft die Staatsanwaltschaft Düsseldorf, ob ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird. Unsere Kanzlei wird die weitere Tätigkeit der Ermittlungsbehörden verfolgen