CFB-Fonds Nr. 140- Allgemein

(IWP International West Pictures GmbH & Co. Erste Produktions KG)

Pleiten, Panne, Pech?

Trauriger Rekord: Sämtliche Produktionen des Fonds floppen

Wie trotz 60 % Garantie ein Verlust von beinahe 80 % des Kapitals zuzüglich Disagio werden konnte:

Ehemaliger Geschäftsführer sieht bei der CFB Commerz Fonds Beteiligungsgesellschaft mbH (im Folgenden: CFB) und der Commerz Leasing und Immobilien AG (im Folgenden: CLI) einen Großteil der Verantwortung für dies Desaster

Der Prospekt des CFB-Fonds Nr. 140 suggeriert nach Ansicht der KTAG Rechtsanwälten den Anlegern eine weitgehende Sicherheit, da angeblich 60 % der jeweiligen Investition über  Garantien abgesichert sein soll. Einem verständigen Leser vermittelt der Prospekt nach Bewertung der KTAG Rechtsanwälte den Eindruck, dass er nur 40 % seiner Einlage verlieren könne.

Dass dies unrichtig ist, zeigen die Schreiben der Fondsleitung. Ausweislich der Anlage 1 zum Schreiben vom 04.07.2006 der CLI ist - selbst wenn alle Garantien planmäßig gezahlt werden - nur mit einer der Ausschüttung von insgesamt knapp 20 % zu rechnen. Tatsächlich ist damit der Verlust mit Disagio viel höher, nämlich i.d.R. über 80 %. Ein derart hoher Verlust hätte nach dem Prospekt nicht auftreten dürfen. Damit ist nach unserer Bewertung der Prospekt falsch, denn dort wird als "Extremfall" versprochen (Seite 9 des Prospektes CFB Fonds Nr. 140):

"Sollten im Extremfall aller von der IWP KG hergestellten Filmproduktionen 'floppen' und nur Erlöse aus den Garantien in Höhe von 60 % der Produktionskosten erzielt werden können, reduzieren sich die Ausschüttungen auf etwa 50 % Ihrer Nominalanlage. Im Falle weiter unvorhergesehener ungünstiger Ereignisse kann dies bis zum Totalverlust der von Ihnen gezeichneten Kommanditeinlage führen."

Zunächst wird man vermuten, dass die Garantien nicht hinreichend werthaltig waren. Dies kann den Anlegern des Fonds zwar durchaus auch noch passieren, ist aber vorliegend nicht der Auslöser des Problems.

Tatsächlich gilt: Selbst wenn alle Garantien gezahlt werden, erhält der Anleger nach der modifizierten Planrechnung des Fonds nur knapp 20 % der Anlagesumme. Falls bestimmte Garantien nicht eingelöst werden können, erhöht sich der Verlust weiter.

Warum dies so ist, lässt sich nicht so einfach aus dem Prospekt ableiten:

Nach Erkenntnissen der KTAG Rechtsanwälte wurde bzw. wird ein Großteil der Garantiezahlungen benötigt, um Kredite des Fonds zurückzuführen. Dies bedeutet nach Bewertung der KTAG Rechtsanwälte, dass der Fonds tatsächlich Kredite in einem weit höheren Umfang in Anspruch genommen hat, als es sich dem im Prospekt auf den ersten Blick entnehmen lässt.

Es wurden seitens der CFB bislang auch keine nachvollziehbaren tatsächlich "unvorhersehbaren weiteren Umstände" mitgeteilt. Soweit die CFB einen Mindererlös von ca. 8 Mio. ? bei den Garantien aufgrund Währungsverluste als unvorhersehbaren ungünstigen Umstand darstellt, ist dem zu widersprechen.  Für internationale Geschäfte sind Währungsrisiken typisch. Ein ordentlicher und sorgfältiger Kaufmann kann diese Währungsrisiken auch ohne weiteres absichern.

Aber selbst wenn diese 8 Mio. ? als unvorhersehbarer Umstand akzeptiert würden, besteht zu dem jetzigen Ergebnis noch eine unerklärliche Lücke von weiteren 7 Mio. ?.
Wer die Anlage 1 zum Schreiben vom 04.07.2006 der CLI mit den Prospektangaben vergleicht, bemerkt, dass außer der Abweichung von 8 Mio. ? bei den Garantiezahlungen keine wesentlichen Abweichungen von den prospektierten Angaben vorlagen. Dies indiziert, dass obige Zusicherung von 50 % der Nominaleinlage schlicht falsch war.

Wer dann genauer nachrechnet kann den Fehler auch selbst erkennen. Die Gesamtkosten ausweislich der neuen Planrechnung (Anlage 1) und ausweislich des Prospektes betragen ca. 65 Mio. ?. Da in den Fonds aber nur ein Kapital von 50 Mio. ? investiert wurde, resultieren hieraus Verbindlichkeiten in Höhe von 15 Mio. ?.
Die Garantien sichern aber nicht 60 % der Gesamtkosten, sondern nur 60 % der Produktionskosten ab. Diese betragen also nicht 65 Mio. ?, sondern nur ca. 55 Mio. ?. Hiervon 60 % sind 33 Mio. ?.
Zieht man von diesen Garantiezahlungen von 33 Mio. ? obige Verbindlichkeiten in Höhe von 15 Mio. ab, so kommt man gerade noch auf eine Ausschüttung von 18 Mio. ?.

Ergebnis: Im dem Fall, dass alle Filme floppen, konnte der Anleger nicht mit 50 %, d.h. 25 Mio. ? rechnen, sondern bestenfalls mit 18 Mio. ?. Das Prospekt ist damit falsch. Wir gehen deshalb von einer Haftung der Commerzbank aus, da diese den fehlerhaften Prospekt bei der Beratung der Kunden i.d.R. verwandt hat.

Aus einer Reinvestition etwaiger Erlöse aus den ersten Produktionen kann dieser Verlust im Übrigen auch nicht resultieren. Denn auf  Seite 26 des Prospektes wird erläutert:

"Die IWP KG wird kein sog. 'Reininvestitionsmodell' durchführen, d. h. sie wird die Verwertungserlöse der zuerst fertiggestellten Filmproduktionen grundsätzlich nicht in neue Produktionen investieren, sondern verfolgt eine Strategie der zeitnahen Ausschüttung an die Kommanditisten und somit eine zügige Rückführung des eingesetzten Kapitals. Lediglich für die im Jahre begonnenen - aber noch nicht fertiggestellten - Produktionen ist der PhG zur 'Reinvestition' von bis zu 20 % des Kommanditkapitals ermächtigt. Insoweit dienen die ersten Erlösrückflüsse zur Rückführung der für die Fertigstellung dieser Produktionen aufgenommen Zwischenfinanzierung."

Eine Reinvestition darf also nur in einem kleinem Umfang erfolgen. Allerdings waren diese Produktionskosten auch wieder abzusichern. Mit der Reinvestition zusammen wurden denn auch nur 55 Mio. ? an Produktionskosten investiert.

Rechtliche Konsequenzen

Prospekthaftungsansprüche

Die Prospekthaftung verjährt nach drei Jahren gerechnet ab Beitritt zur Gesellschaft. Etwaige Prospekthaftungsansprüche im engeren Sinne sind deshalb in der Regel verjährt.

Haftung wegen fehlerhaften Anlageberatung

Die Verjährung der Prospekthaftungsansprüche ist vorliegend ausnahmsweise nicht schädlich, da der Fonds i.d.R. von der Commerzbank vermittelt oder empfohlen wurde. Soweit hierbei der Prospekt verwendet wurde, macht sich die Bank dessen Angaben im Rahmen ihrer Beratung/Vermittlung zu eigen und haftet deshalb für falsche Angaben im Prospekt wegen fehlerhaften Beratung/Information. Dies ist keine Prospekthaftung im engeren Sinne, sondern Beratungshaftung. Die Konsequenz: Diese Beratungshaftung - auch Prospekthaftung im weiteren Sinne genannt - verjährt erst in drei Jahren ab Kenntnis, spätestens nach 10 Jahren.

Fazit von KTAG Rechtsanwälte:

Auf Grund der derzeit schon vorliegenden Informationen gehen wir von einer Haftung der Commerzbank aus, soweit die Commerzbank die Fonds unter der Verwendung des Prospektes vermittelt oder empfohlen hat.

Weiteres Vorgehen Unabhängig von der Annahme des Ankaufsangebotes, empfehlen wir eine Klage auf Schadensersatz gegen die beratende Bank. Falls Sie eine Vertretung durch uns wünschen, kontaktieren Sie uns. Sie werden dann kurzfristig ein Informationsschreiben mit den benötigten Daten und Unterlagen erhalten. Vorab empfiehlt es sich auch gleich den Zeichnungsschein und - soweit vorhanden - die Daten der Rechtschutzversicherung (Kopie der letzten Rechnung genügt) zu übersenden. Dann können wir Ihnen auch gleich die Kostenrisiken eines Verfahrens mitteilen und - sofern gewünscht - auch gleich eine Deckungszusage der Rechtsschutzversicherung einholen.