Medienfonds „ Lord Dritte Productions Deutschland Filmproduktion GmbH & Co. KG“ (Hannover Leasing Nr. 114)

Landgericht Limburg verurteilt Sparkasse Limburg zu mehr als 100.000 Euro Schadenersatz. KWAG Rechtsanwälte: fehlerhafte Anlageberatung.

(Bremen, 21. November 2013) Wegen fehlerhafter Anlageberatung hat das Landgericht (LG) Limburg die Sparkasse Limburg zu Schadenersatz in Höhe von rund 100.000 Euro verurteilt. Im vorliegenden Fall ging es um die Vermittlung von Anteilen am Medienfonds „Lord Dritte Productions Deutschland Filmproduktion GmbH & Co. KG“, auch bekannt unter der Bezeichnung „Hannover Leasing Nr. 114“ (Urteil vom 8. November 2013, Az.: 4 O 220/11).

„Erneut wurde eine Sparkasse wegen fehlerhafter Anlageberatung zu Schadenersatz verurteilt“, sagt Jens-Peter Gieschen, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht sowie Partner der auf die Interessenvertretung von Anlegern spezialisierten KWAG Kanzlei für Wirtschafts- und Anlagerecht. Bei der Vermittlung eines Anteils am geschlossenen Medienfonds habe der Anlageberater der Sparkasse Limburg seinem Kunden, dem späteren Kläger, den Erhalt einer Rückvergütung, des so genannten Kick-backs, verschwiegen. Nach gängiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) ist dies ein Beratungsfehler, der in der Regel zum Schadenersatz für den Anleger führt.

Darüber hinaus vertrat das Landgericht die Auffassung, dass die Sparkasse den Verkaufsprospekt mangels vorliegendem Steuergutachten nicht abschließend auf Plausibilität überprüfen konnte. Dies hätte die Sparkasse ihrem Kunden im Rahmen der Beratung jedoch offenbaren müssen.

Nach der Entscheidung des Landgerichts Limburg muss die Sparkasse ihrem Kunden Schadenersatz zahlen. „Zum Einen erhält der Kläger das seinerzeit investierte Kapital in Höhe von rund 44 TEUR von der Sparkasse zurück“, erklärt Fachanwalt Gieschen. Zum Ausgleich überträgt der Kläger der Sparkasse seinen Anteil am Medienfonds „Lord Dritte Productions Deutschland Filmproduktion GmbH & Co. KG“. Überdies muss die Sparkasse den Kläger von Verpflichtungen aus der obligatorischen Fremdfinanzierung in Höhe von rund 58 TEUR freistellen. Somit „summiert sich der Schaden, den die Sparkasse Limburg ihrem Kunden ersetzen muss, auf mehr als 100 TEUR“, rechnet Jens-Peter Gieschen vor.

Schließlich muss die Sparkasse Limburg den Anleger von sämtlichen steuerlichen und wirtschaftlichen Schäden freistellen, die er im Rahmen seiner Beteiligung am Medienfonds Hannover Leasing Nr. 114 erlitten hatte. Dazu zählen auch (Säumnis-)Zinsen im Rahmen einer geänderten steuerlichen Behandlung des Fonds.