KWAG-INFO: Was der „Brexit“ für Limited Companies bedeutet

Ohne entsprechende Vorsorgemaßnahmen entstehen für Eigentümer einer deutschen Ltd. nicht nur Haftungsprobleme.

Von KWAG-Rechtsanwältin Christina Gladkich

 

Die Fakten:

Nach dem Rücktritt der britischen Premierministerin Theresa May wird ein harter Brexit immer wahrscheinlicher – also ein ungeregelter Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Gemeinschaft (EU), möglicherweise Ende Oktober 2019.

Nach Schätzung der Bundesregierung existieren in Deutschland gegenwärtig rund 8.000 englische Limited Companies, kurz Ltd.. Insbesondere im Falle eines ungeregelten Brexits würden ganz sicher unerfreuliche Folgen für alle Firmen dieser Rechtsform eintreten.

Die Ltd. war bislang vor allem für Kleinunternehmen attraktiv, da sie schnell und mit wenig Kapital gegründet werden können. Einmal in Großbritannien registriert, ließ sich der Verwaltungssitz dann ebenfalls rasch nach Deutschland verlegen. Möglich war das unter anderem aufgrund der gesetzlich garantierten Niederlassungsfreiheit in der EU, die auch Firmen mit englischer Gesellschaftsform in Deutschland erlaubte.

Attraktiv war natürlich auch die Haftungsbeschränkung einer Ltd., ähnlich der deutschen Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder einer Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt), kurz UG.

Die Folgen:

Durch den angekündigten Brexit sind diese Vorteile nun massiv gefährdet.

Nicht nur im Falle eines ungeregelten Ausstiegs Großbritanniens und Nordirlands aus der EU müsste eine Ltd. dann wieder als deutsche Firma geführt werden.

Sofern hier keine entsprechenden Vorkehrungen getroffen wurden, würde sich die Ltd. mit dem Brexit quasi über Nacht in eine GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) oder in eine OHG (Offene Handelsgesellschaft) wandeln.

Und bei dieser haften die Gesellschafter unbegrenzt mit ihrem Privatvermögen.

Einzig vernünftige Lösung zur Vermeidung der Haftungsrisiken ist die Umwandlung der Ltd. in eine haftungsbeschränkte deutsche GmbH oder UG, das heißt die Verschmelzung der alten auf die neue Firma nach deutscher Rechtsform.

Lassen Sie sich hierzu unbedingt frühzeitig von einem Experten für Gesellschaftsrecht beraten.

Sollten Sie im Zuge einer Umwandlung der Rechtsform Ihres Unternehmens juristische Unterstützung bei Verhandlungen mit Ihrer Hausbank benötigen, finden Sie in unserer Kanzlei die richtigen Ansprechpartner.

Bei Rückfragen zum Thema steht Ihnen gern KWAG-Rechtsanwältin Christina Gladkich zur Verfügung.

14. 6. 2019 / © Rechtsanwältin Christina Gladkich

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