BAC Life Trust Fonds - Betrug oder Dummheit

BAC Life Trust Fonds

Betrug oder nur Dummheit?

KWAG: Ermittlungen der Berliner Staatsanwaltschaft vergrößern Risiko, dass mehr als 8.000 Anleger rund 300 Millionen US-Dollar verlieren

(Bremen/Hamburg, 27. September 2011) Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen drei Verantwortliche der Fondsgesellschaft Berlin Atlantic Capital (BAC) wegen des Verdachts auf Untreue und Kapitalanlagebetrug. Nach Meinung der auf Investorenschutz spezialisierten KWAG  Rechtsanwälte steigt dadurch das Risiko für mehr als 8.000 Investoren in den unterschiedlichen BAC-Life-Trust-Fonds auf Totalverlust ihres Einsatzes erheblich. Insgesamt geht es hier um einen Betrag von rund 300 Millionen US-Dollar.

„Wegen der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen steht es um die Glaubwürdigkeit der BAC-Verantwortlichen nun auch offiziell nicht mehr zum Besten, zurückhaltend formuliert“, sagt Jens-Peter Gieschen, Rechtsanwalt und Partner der KWAG Kanzlei für Wirtschafts- und Anlagerecht in Hamburg und Bremen. Die KWAG vertritt Investoren gegen die Berlin Atlantic Capital. Diese Investoren haben zum Teil erhebliche Beträge in einen oder mehrere BAC-Life-Trust-Fonds investiert und verlangen nunmehr Schadenersatz.

Zum Hintergrund: Als Emittentin hat die BAC in den Jahren 2004 bis 2008 in der so genannten Life-Trust-Serie zwölf Geschlossene Fonds aufgelegt. Eingeworben wurden dabei bei mehr als 8.000 Anlegern aus Deutschland rund 300 Millionen US-Dollar. Unter anderem mit dem aktiven Handel vornehmlich US-amerikanischer Risikolebensversicherungen sollten Investoren, so die Ankündigungen der BAC, während der Fondslaufzeiten sehr gute Gewinne erzielen.

„Spätestens seit den Gesellschafterversammlungen Ende August ist klar, dass von den versprochenen Gewinnen keine Rede sein kann. Im Gegenteil, Investoren droht der Totalverlust ihres Einsatzes“, erläutert KWAG-Partner Gieschen. Es stehe zu befürchten, dass bei der BAC nicht mehr viel Geld vorhanden sei, um die Schadenersatzansprüche geprellter Investoren zu bedienen. Denn „nach unseren Erkenntnissen hat die BAC bzw. Life Trust Asset Pool (LTAP) so gut wie keine Versicherungspolicen mehr. Von den seinerzeit mehreren hundert Verträgen sind nur noch rund 30 übrig“, erläutert Jens-Peter Gieschen. Und fährt fort: „Wir vermuten, dass die Fonds-Treuhänder ihren Verpflichtungen im Sinne der Investoren nicht nachgekommen sind.“

Die Auskunft der BAC-Verantwortlichen, die Verhandlungen mit der US-amerikanischen Wells Fargo Bank, die als Kreditgeber für die Zwischenfinanzierung zum Rückkauf von Versicherungspolicen am freien Markt fungieren sollte, seien durch eine negative Presseberichterstattung erschwert worden, hält Gieschen für ein Ablenkungsmanöver. Es werde immer deutlicher, dass die BAC mit ihren Policenfonds zulasten der Anleger ein „zu großes Rad“ gedreht habe. Die Staatsanwaltschaft müsse jetzt klären, ob dies in betrügerischer Absicht oder einfach durch Dummheit erfolgt sei.

Die Chancen geprellter Investoren auf Zahlung von Schadenersatz durch die Berlin Atlantic Capital sind in jüngster Zeit spürbar gesunken. „Jetzt kommt es darauf an, kurzfristig den oder die Haftungsadressaten zu prüfen“, empfiehlt Rechtsanwalt Gieschen. Dies bedeutet: Möglicherweise kann der Vertrieb – das waren insbesondere freie Anlageberater, aber auch einzelne öffentlich-rechtliche Sparkassen – zum Schadenersatz wegen nachweislich fehlerhafter Anlageberatung herangezogen werden. Die KWAG Rechtsanwälte vertritt eine Reihe BAC-Fonds-Investoren gegen Vertriebsunternehmen und einzelne Berater.