Immobilienfonds

Fragen und Antworten rund um Global View

Hat die jetzige Geschäftsführung die Schieflage des Fonds den Anlegern und der Öffentlichkeit jemals mitgeteilt?
Die bisherige Berichterstattung war unvollständig und irreführend.
 
Wer sind die gegenwärtigen Geschäftsführer des Fonds?
DBM Fonds GmbH, eine Tochtergesellschaft der Delbrück Bethmann Maffei AG als Komplementärin (bei solchen Fonds traditionell ohne wirkliche Geschäftsführungsbefugnis) und die Herren Harald Junke und Marcus Lori (die wirkliche Geschäftsführung), beide wohnhaft in Frankfurt am Main.
 
Seit wann sind diese Geschäftsführer?

Von Anfang an, das heißt seit 2006.  Herr Marcus Lori ist als Ersatz für Herrn Thomas Hoffmann erst später dazu gekommen.
 
Welchen beruflichen Hintergrund haben die Geschäftsführer, waren sie schon einmal mit der Realisierung solcher Vorhaben betraut?

Nein!  Beide sind Spezialisten für strukturierte Finanzierungen und haben bisher in Banken und vergleichbaren Unternehmen gearbeitet.
 
Wieviel Fondsvermögen wurde insgesamt eingesammelt?
208 Millionen Euro.
 
Wer war an dem Vertrieb beteiligt und wieviel wurde jeweils erbracht?

Im Wesentlichen waren das die Deutsche Bank AG (ca. 160 Millionen Euro) und die Delbrück Bethmann Maffei AG (ca. 48 Millionen Euro).
 
Wieviel Geld stand nach Abzug der Vertriebsprovisionen und ähnlicher Provisionen noch für den Bau der Riesenräder zur Verfügung?

Nur noch etwa 150 Millionen Euro.
 
Welche Vorhaben hat man damals im Prospekt konkret in Aussicht gestellt, woran sollte sich der Anleger beteiligen?
Das Riesenrad in Peking stand fest und jedes weitere Projekt sollte unter anderem nur dann in Angriff genommen werden, wenn für die Anleger eine Rendite von mindestens 10 % erzielbar war.
 
War das verbliebene Fondsvermögen nach Abzug der Vertriebsprovisionen als Eigenkapital für die geplanten Vorhaben noch ausreichend?

Nein, keinesfalls!  Die fremdfinanzierenden Banken verlangen bei vergleichbaren Projekten mindestens 40 % Eigenkapital.  Peking beansprucht bereits 100 Millionen Euro und die verbleibenden 50 Millionen Euro reichen nicht für zwei Projekte, das heißt, das zweite Riesenrad in Berlin und ein weiteres, das in Orlando/Florida aufgestellt werden sollte.
 
In welcher Höhe sollte Fremdkapital aufgenommen werden?

In Höhe von etwa 60 % der Gesamtkosten (ohne Bankprovisionen).
 
Es wurden schon Grundstücke erworben, als man noch nichts über die Baukosten wusste und damit auch die Realisierung fraglich war. Was sagen Sie dazu?
Das war ein schwerer Fehler, der in klarem Gegensatz zu den Prospektaussagen steht.  Dafür werden die Banken haften müssen.
 
Wo und wann wurden diese Grundstücke erworben und was kosteten diese? In welchen Lagen sind die Grundstücke? Sind diese für das Vorhaben gut gewählt und werthaltig?
Die Grundstücke in Berlin und Orlando liegen zentral und sind für Riesenräder besonders gut geeignet.  Wenn die Riesenräder nicht gebaut werden, sind diese Grundstücke aufgrund der jeweiligen Bebauungspläne nahezu wertlos.  Für beide Grundstücke wurde ein ‚politischer’ Preis von jeweils etwa 24 Millionen Euro gezahlt.  Man wollte wohl sehr schnell der ganzen Welt zeigen, dass man in der Lage war, die Projekte umzusetzen.
 
Angeblich hat man schon beträchtliche Gelder in Konstruktionsplanungen investiert, bevor die Frage des Fremdkapitals überhaupt geklärt war. Stimmt das?
Nach allem, was wir erfahren konnten, ja!  Nachdem kein Komplettangebot zum Bau eines Riesenrades vorliegt, meinte man wohl, die Bauleistungen erstmal auf eigene Faust durchplanen zu müssen, um sie dann in Einzelgewerken ausschreiben zu können. Das war sehr teuer und nutzlos, da Bauunternehmen aus Haftungsgründen sowieso eigene Detailplanungen machen müssen. Es liegt bis heute von keinem Bauunternehmen ein Angebot vor.  Die Baukosten bleiben vollkommen unklar.  Diese Vorgehensweise war dilettantisch.
 
Von welchen Baukosten ging man zur Erstellung der Riesenräder in Berlin, Peking und Orlando aus?
Je größer das Rad, desto teurer der Bau.  Für die Räder in Berlin und Orlando waren jeweils mindestens 90 Millionen Euro geplant.  Aber Bauzeitzinsen, die Grundstücke und andere Kosten bringen den Betrag leicht auf 170 Millionen Euro und mehr.  Eine Rendite für die Anleger ist bei diesen Preisen nahezu ausgeschlossen.  Deswegen müssen in Berlin und Orlando rigoros Kosten eingespart werden.  Bei Investitionen von jeweils deutlich unter 150 Millionen Euro könnte sich unseres Erachtens eine Rendite ergeben.  Peking kostet nahezu 200 Millionen Euro, liegt dafür aber in einem gigantischen Markt.
 
Gibt es in Berlin oder Orlando Angebote von Bauunternehmen?
Nein, offenbar nicht.
 
Was wurde im Prospekt für den Fall versprochen, dass es nicht zum Bau kommt?
Nichts.
 
Haben Sie Erkenntnisse darüber, über welche Finanzmittel der Fonds aktuell verfügt?
 Von 208 Millionen Euro sind noch 390.000 Euro übrig.
 
Hat die Geschäftsführung ihrer Meinung nach gegen den Prospekt verstoßen?
Ja, unseres Erachtens sogar mehrfach.  
 
Wann fand die letzte Gesellschafterversammlung statt?
Im Herbst 2009 fand eine außerordentliche Gesellschafterversammlung statt, auf der sich die Geschäftsführung genehmigen ließ, eine aktivere Rolle in der Geschäftsführung der Projektgesellschaften zu übernehmen.  Die Veranstaltung war in sich unsinnig, weil nur die Projektgesellschaften entscheiden können, ob sie die Banker eine aktivere Rolle spielen lassen wollen. Aber die Geschäftsführung hat auf diese Art lediglich versucht, ihre Haftung für vergangenes Missmanagement zu begrenzen.
 
Wie lange ist die Geschäftsführung mit der satzungsmäßigen Gesellschafterversammlung in Verzug?

Seit September 2009.
 
Wurden den Anlegern die erforderlichen Geschäftsberichte vorgelegt?

Nein.
 
Hat die Geschäftsführung in den letzten 12 Monaten mit den Anlegern Kontakt aufgenommen, um über die aktuelle Entwicklung zu informieren?

Ja, aber nicht im erforderlichen Umfang, sondern mit irrelevanten und irreführenden Informationen.
 
Ist diese Nicht-Information überhaupt erlaubt und wenn nein, was schlussfolgern Sie daraus?
Man versucht, die eigenen Fehler zu verdecken.  Darüber hinaus will man die Geschäftsführung unter allen Umständen behalten, um die laufenden Aktivitäten zu kontrollieren und Außenstehenden den Einblick in die Geschäftsführung zu verwehren.
 
www.sos-riesenrad.de
 
 

 
 
 
 

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