DM Beteiligungen AG
DM-Beteiligungen - KTAG erhebt Klage für Anleger gegen die Prospektverantwortlichen
In der Angelegenheit der insolventen DM-Beteiligungen AG haben KTAG Rechtsanwälte Klagen gegen die Prospektverantwortlichen eingereicht.
Nach Ansicht von KTAG wurde hier durch die Gesellschaft ein klassisches Schneeballsystem betrieben. Dies ergaben die Auswertungen des Gutachtens des Insolvenzverwalters. Nach dessen Feststellungen hat die Gesellschaft zu keinem Zeitpunkt genug Erträge erwirtschaftet, um die fälligen Inhaberschuldverschreibungen jeweils zurückzuzahlen. Stattdessen wurden hierfür die Gelder neu eingeworbener Anleger verwendet.
Als nicht mehr genug Mittel eingeworben werden konnten, um fällige Anleihen zu bedienen, wurde versucht, Anleger mit vermeintlich lukrativeren Umtauschangeboten zum Verbleib in der Gesellschaft zu bewegen. Dies führte jedoch nur dazu, dass das Schneeballsystem noch längere Zeit betrieben werden konnte. Schlussendlich musste die DM-Beteiligungen Insolvenz anmelden, da eine Rückzahlung der Anleihen vollkommen unmöglich geworden ist.
Wohin die zahlreichen eingeworbenen Gelder geflossen sind, ist derzeit noch nicht geklärt. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang jedoch, dass es enge Verflechtungen zwischen der DM-Beteiligungen und der ebenfalls insolventen WBG Leipzig-West gab. Gegen deren Hauptaktionär ist mittlerweile durch die Staatsanwaltschaft Leipzig Anklage wegen Anlagebetruges erhoben worden. Nach den Feststellungen des Insolvenzverwalters sind allein aus der WBG Leipzig-West 100 Mio. ? an Anlegergeldern an den Hauptaktionär geflossen.
Selbst wenn jedoch die Zahlungsflüsse nachvollzogen werden können, dürfte sehr zweifelhaft sein, ob hier über das Insolvenzverfahren mehr als nur eine äußerst geringe Quote erwartet werden kann. Aus diesem Grund nimmt KTAG nun die Prospektverantwortlichen in Anspruch. Hierbei richtet sich der Schadensersatzanspruch auf Rückabwicklung der gesamten Beteiligung, d. h. Rückzahlung des eingesetzten Kapitals zuzüglich entgangenen Gewinns. Daneben kommen auch Ansprüche gegen die Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in Betracht, denen bei ordnungsgemäßer Prüfung die erheblichen Diskrepanzen in den Wertbeständen kaum verborgen geblieben sein können.
Es ist jedoch dringend zu empfehlen, dass sich geschädigte Anleger anwaltlich beraten lassen, um nicht unter Umständen den teilweise kurzen Verjährungsfristen für die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen zum Opfer zu fallen.
Ansprechpartner: Rechtsanwalt Volker Schwill
Hintergrund
Nach einer offiziellen Bekanntmachung des Amtsgerichtes Düsseldorf hat die DM Beteiligungen AG Ende Juni Insolvenz angemeldet. (505 IN 159/06)
Die Düsseldorfer DM Beteiligungen AG hatte Inhaberschuldverschreibungen mit einer Verzinsung zwischen 5,50 % p.a. für Laufzeiten von unter einem Jahr und von 6,85 % bei fünfjähriger Laufzeit ausgegeben. Betroffen sind über 8.000 Anleger mit einem Gesamtvolumen von über 67 Millionen Euro.
Die DM Beteiligungen AG ist an einem Konglomerat von unterschiedlichen Gesellschaften beteiligt, vor allem aus der Immobilien-, Software- und Sicherheitsbranche. Darunter sind auch mehrere Beteiligungen in Norddeutschland. In Bremen könnte die Insolvenz der DM Beteiligungen AG unter Umständen auf die AIV KG durchschlagen. Sie hält nach eigenen Angaben in Bremen Immobilien "in bester Lage". Unter anderem am Airport.
